Google Ads Freelancer: Wann lohnt sich ein Einzelexperte?
Zwischen der Google Ads Agentur mit mehrköpfigen Teams und dem kompletten DIY-Ansatz gibt es eine oft übersehene Mitteloption: Google Ads Freelancer. Diese selbstständigen Experten kombinieren professionelles Know-how mit Flexibilität und oft günstigeren Preisen als klassische Agenturen.
Mit 480 monatlichen Suchanfragen zeigt sich das wachsende Interesse an dieser Alternative. Doch wann ist ein Freelancer die richtige Wahl? Wie findet man qualifizierte Experten? Und wo liegen die Grenzen dieser Arbeitsform?
Was bietet ein Google Ads Freelancer?
Google Ads Freelancer sind Selbstständige, die Google Ads Dienstleistungen anbieten. Sie arbeiten unabhängig, meist von zu Hause oder Co-Working-Spaces, ohne den Overhead einer Agentur.
Typisches Leistungsspektrum
Die meisten Freelancer bieten ein ähnliches Leistungsspektrum wie Agenturen, allerdings oft mit Fokus auf bestimmte Bereiche:
Kampagnen-Setup: Initiale Einrichtung neuer Konten, Strukturierung, Keyword-Recherche, erste Kampagnenerstellung. Viele Freelancer sind spezialisiert auf saubere Setups für Unternehmen, die neu in Google Ads einsteigen.
Laufende Betreuung: Monatliche oder zweiwöchentliche Optimierung bestehender Kampagnen. Frequenz und Intensität variieren je nach vereinbartem Modell und Budget.
Audits und Consulting: Analyse bestehender Konten mit Optimierungsempfehlungen. Besonders beliebt bei Unternehmen, die eine zweite Meinung zu ihrer aktuellen Agentur suchen.
Schulung und Coaching: Einige Freelancer fokussieren sich auf Wissenstransfer statt operativer Umsetzung. Sie trainieren Inhouse-Teams.
Spezialprojekte: Setup spezifischer Kampagnentypen (z.B. Shopping, Performance Max), Tracking-Implementierung, Landing-Page-Optimierung.
Was Freelancer typischerweise NICHT bieten: Rundum-Service mit 24/7-Support, dedizierte Account-Teams, Vertretungsregelung bei Ausfall. Diese Einschränkungen sind der Preis für Flexibilität und niedrigere Kosten.
Spezialisierungen von Freelancern
Viele erfolgreiche Freelancer haben klare Spezialisierungen:
Branchen-Spezialisten: Manche fokussieren sich ausschließlich auf E-Commerce, B2B-SaaS, lokale Dienstleister oder andere Nischen. Diese tiefe Branchenkenntnis kann sehr wertvoll sein.
Technische Spezialisten: Andere spezialisieren sich auf technische Aspekte: Conversion-Tracking, Google Tag Manager, komplexe API-Integrationen.
Kreativ-Fokussierte: Wieder andere sind stark in Anzeigentexten, Landing-Page-Design oder kreativem Kampagnen-Konzept.
Strategieberater: Manche Freelancer positionieren sich als strategische Berater, die weniger operative Umsetzung, dafür mehr strategische Führung bieten.
Die Spezialisierung zu kennen ist entscheidend. Ein E-Commerce-Spezialist ist für einen B2B-Dienstleister möglicherweise nicht die beste Wahl, egal wie gut seine Referenzen sind.
Arbeitsweise und Verfügbarkeit
Freelancer arbeiten anders als Agenturen:
Flexible Arbeitszeiten: Viele Freelancer haben keine festen Bürozeiten. Das kann Vorteil (auch abends erreichbar) oder Nachteil (nicht sofort verfügbar) sein.
Projektbasiert oder Retainer: Manche arbeiten projektbasiert (z.B. "Setup für 2.000 EUR"), andere mit monatlichen Retainern (z.B. "500 EUR/Monat für 10 Stunden Betreuung").
Kapazitätsgrenzen: Ein Freelancer kann nur begrenzt viele Kunden gleichzeitig betreuen. Erfolgreiche Freelancer sind oft ausgebucht und nehmen selektiv neue Projekte an.
Persönlicher Kontakt: Sie arbeiten direkt mit der Person, die auch die Arbeit macht. Keine Account-Manager, die nur Schnittstelle sind, sondern direkter Draht zum Experten.
Diese Arbeitsweise passt gut zu Unternehmen, die flexibel sind und persönlichen Kontakt schätzen. Wer feste Strukturen und garantierte Response-Zeiten braucht, fährt mit Agenturen besser.
Freelancer vs. Agentur: Der große Vergleich
Die Entscheidung zwischen Freelancer und Agentur ist für viele Unternehmen nicht trivial. Ein direkter Vergleich hilft bei der Orientierung.
Kostenunterschiede im Detail
Der Preis ist oft das erste Kriterium. Generell gilt: Freelancer sind günstiger als Agenturen, aber die Details sind wichtiger:
Freelancer-Preise:
- Stundensätze: 60-150 EUR, je nach Erfahrung und Spezialisierung
- Monatliche Retainer: 400-2.000 EUR für kleinere bis mittlere Accounts
- Projektpreise: Setup ab 1.000 EUR, Audits ab 500 EUR
Agentur-Preise:
- Stundensätze (wenn überhaupt): 100-200+ EUR
- Monatliche Pauschalen: 800-3.000+ EUR
- Setup-Gebühren: 1.500-5.000 EUR
- Oft prozentuale Vergütung vom Werbebudget (10-20%)
Der Kostenunterschied kann 30-50% ausmachen. Ein Freelancer, der 800 EUR monatlich berechnet, liefert ähnliche Leistung wie eine Agentur für 1.200-1.500 EUR.
Allerdings: Bei sehr großen Accounts kehrt sich das manchmal um. Agenturen mit spezialisierten Teams und automatisierten Prozessen können bei hoher Komplexität effizienter sein.
Detaillierte Preisvergleiche finden Sie in unserem Artikel zu Agenturkosten vergleichen.
Expertise und Spezialisierung
Freelancer:
- Tiefe Expertise in ihrer Spezialisierung
- Oft viele Jahre praktische Erfahrung
- Breites Wissen aus verschiedenen Projekten
- ABER: Begrenzt auf Wissen einer Person
Agentur:
- Gebündelte Expertise mehrerer Spezialisten
- Teamwissen über einzelne Person hinaus
- Zugang zu exklusiven Beta-Programmen (bei Google Partner Status)
- ABER: Nicht immer arbeiten die Top-Experten an Ihrem Account
Paradoxerweise kann der einzelne Freelancer, der an Ihrem Konto arbeitet, mehr Expertise haben als der Junior-Mitarbeiter, der in einer Agentur Ihr Konto betreut. Andererseits hat die Agentur im Zweifelsfall Senior-Unterstützung verfügbar.
Verfügbarkeit und Reaktionszeit
Freelancer:
- Oft sehr schnell erreichbar, wenn verfügbar
- Persönlicher, direkter Kontakt
- Aber: Keine garantierten Response-Zeiten
- Bei Urlaub/Krankheit keine Vertretung
Agentur:
- Definierte SLAs und Response-Zeiten
- Vertretungsregelung bei Ausfall
- Aber: Manchmal bürokratischer, längere Wege
- Account-Manager als Mittler, nicht immer Zugang zum Experten
Für Unternehmen, die kontinuierliche, garantierte Verfügbarkeit brauchen, sind Agenturen sicherer. Wer mit gelegentlichen Verzögerungen leben kann, profitiert von der Direktheit der Freelancer-Zusammenarbeit.
Skalierbarkeit und Kapazitäten
Freelancer:
- Begrenzte Kapazität (ca. 5-15 Kunden gleichzeitig, je nach Account-Größe)
- Bei plötzlichem Mehrbedarf nicht sofort skalierbar
- Gut für stabile, planbare Zusammenarbeit
- Problematisch bei stark wachsenden Accounts
Agentur:
- Kann bei Bedarf mehr Ressourcen zuweisen
- Skaliert mit Ihrem Wachstum
- Kann Spezialistenteams für komplexe Projekte zusammenstellen
- Besser geeignet für aggressive Expansion
Wenn Sie planen, Ihr Google Ads Budget in sechs Monaten zu verdreifachen, ist eine Agentur oft die bessere Wahl. Für konstante oder langsam wachsende Accounts reichen Freelancer völlig.
Vertretungsregelung und Kontinuität
Der kritischste Unterschied für viele Unternehmen:
Freelancer:
- Bei Ausfall (Krankheit, Urlaub, Überlastung) keine automatische Vertretung
- Kontinuität hängt an einer Person
- Risiko bei langfristigem Ausfall oder Beendigung der Zusammenarbeit
Agentur:
- Strukturierte Vertretung bei Ausfall
- Wissen ist im Team verteilt
- Bei Account-Manager-Wechsel trotzdem Kontinuität
Dieses Risiko lässt sich bei Freelancern teilweise mitigieren: Fragen Sie nach Backup-Vereinbarungen mit Kollegen, dokumentieren Sie gut, behalten Sie selbst vollen Zugriff aufs Konto. Trotzdem bleibt eine gewisse Vulnerabilität.
Für unternehmenskritische Kampagnen mit hohen Budgets bevorzugen viele deshalb Agenturen. Für kleinere, weniger kritische Accounts ist das Risiko oft akzeptabel.
Den richtigen Freelancer finden
Die Freelancer-Landschaft ist unübersichtlich. Qualität variiert enorm. Die richtigen Anlaufstellen und Bewertungskriterien sind entscheidend.
Plattformen und Netzwerke
Wo findet man qualifizierte Google Ads Freelancer?
Spezialisierte Plattformen:
- Upwork, Freelancer.com: Internationale Plattformen mit vielen Anbietern. Vorteil: große Auswahl, Bewertungssystem. Nachteil: Qualität sehr heterogen, viele internationale Anbieter mit Sprachbarrieren.
- Fiverr: Eher für kleinere Projekte, Qualität oft niedriger. Gut für einfache Aufgaben, weniger für strategisches Management.
DACH-spezifische Netzwerke:
- freelancermap.de, gulp.de: Etablierte deutsche Freelancer-Plattformen mit seriöseren Profilen.
- Malt, Comatch: Premium-Plattformen mit vorab geprüften Experten. Höhere Preise, dafür bessere Qualitätskontrolle.
Direkte Suche:
- LinkedIn: Viele Freelancer sind aktiv auf LinkedIn, teilen Content und bauen Sichtbarkeit auf.
- Google-Suche: "Google Ads Freelancer [Ihre Stadt]" findet lokale Experten.
- Empfehlungen: Fragen Sie in Ihrem Netzwerk nach Erfahrungen.
Fachforen und Communities:
- Online-Marketing-Events und Konferenzen
- Facebook-Gruppen für Online-Marketing
- Reddit, spezielle Slack-Channels
Die besten Freelancer sind oft schon ausgebucht und aktiv kaum auf Plattformen. Empfehlungen aus dem Netzwerk führen häufig zu den Perlen.
Qualifikationen und Zertifizierungen prüfen
Nicht jeder, der sich "Google Ads Freelancer" nennt, ist qualifiziert. Prüfen Sie:
Google Ads Zertifizierungen: Mindestanforderung: Aktuelle Google Ads Search Zertifizierung. Besser: Mehrere Zertifizierungen (Shopping, Display, Video). Die Zertifikate sollten aktuell sein (nicht älter als 12 Monate).
Wichtig: Zertifikate beweisen theoretisches Wissen, nicht praktische Kompetenz. Sie sind notwendig, aber nicht hinreichend.
Praktische Erfahrung: Wie lange arbeitet die Person mit Google Ads? Wie viele Kunden hat sie betreut? Welche Budgetgrößen? Erfahrung zählt mehr als Zertifikate.
Branchenerfahrung: Hat der Freelancer bereits in Ihrer Branche gearbeitet? Kennt er die spezifischen Herausforderungen? Branchenerfahrung beschleunigt Erfolg enorm.
Technisches Know-how: Versteht die Person Conversion-Tracking, Google Tag Manager, Analytics? Kann sie auch technisch anspruchsvolle Setups umsetzen?
Fragen Sie konkret nach und lassen Sie sich Zertifikate zeigen. Seriöse Freelancer haben kein Problem damit, Qualifikationen nachzuweisen.
Portfolio und Referenzen bewerten
Theoretisches Wissen ist eine Sache, praktische Ergebnisse eine andere.
Case Studies fordern: Bitten Sie um 2-3 konkrete Erfolgsgeschichten mit Zahlen. "Ich habe den CPA um 40% gesenkt bei gleichzeitigem Volumen-Wachstum von 25%." Solche spezifischen Aussagen sind wertvoller als vage Erfolgsbehauptungen.
Referenzen kontaktieren: Fragen Sie nach Kontakten zu aktuellen oder ehemaligen Kunden. Seriöse Freelancer haben kein Problem damit. Kontaktieren Sie diese Referenzen und fragen Sie nach deren Erfahrungen.
Portfolio-Tiefe prüfen: Ein breites Portfolio zeigt Vielseitigkeit, ein fokussiertes Portfolio zeigt Spezialisierung. Beides kann gut sein, je nach Ihren Bedürfnissen.
Warnsignal: Freelancer ohne jegliche Referenzen oder Case Studies sind kritisch. Entweder sind sie Anfänger (dann sollte Preis entsprechend niedrig sein) oder sie haben keine erfolgreichen Projekte vorzuweisen.
Das Kennenlerngespräch richtig nutzen
Das erste Gespräch ist entscheidend. Nutzen Sie es strukturiert:
Vorbereitung: Beschreiben Sie Ihre Situation klar: Budget, Ziele, bisherige Erfahrungen mit Google Ads, was Sie erwarten.
Wichtige Fragen:
- "Wie würden Sie an mein Konto herangehen?"
- "Was sind typische Fehler in meiner Branche?"
- "Wie kommunizieren wir? Welche Reporting-Frequenz?"
- "Wie sind Verfügbarkeiten und Response-Zeiten?"
- "Was passiert, wenn Sie ausfallen?"
Auf was achten:
- Stellt der Freelancer Gegenfragen? Gute Experten wollen verstehen, bevor sie anbieten.
- Sind die Antworten konkret oder schwammig?
- Fühlt sich die Kommunikation gut an? Chemistry ist wichtig bei direkter Zusammenarbeit.
- Werden realistische Erwartungen gesetzt oder unrealistische Versprechen gemacht?
Red Flag: Freelancer, die sofort alles versprechen, ohne Ihre Situation zu kennen, sind unseriös. Seriöse Experten stellen Rückfragen und setzen realistische Erwartungen.
Warnsignale erkennen
Bestimmte Verhaltensweisen sollten Sie vorsichtig machen:
Unrealistische Versprechen: "Ich garantiere Platzierung 1" oder "Verdopplung der Conversions in einem Monat garantiert" sind unseriös. Niemand kann solche Garantien geben.
Intransparente Arbeitsweise: "Sie müssen mir vollständigen Zugriff geben, ich zeige Ihnen dann fertige Ergebnisse" ist inakzeptabel. Sie sollten jederzeit Einblick haben.
Keine Zertifikate/Referenzen: Wie erwähnt ein Warnsignal, zumindest sollte es durch niedrigere Preise kompensiert werden.
Druck zur schnellen Entscheidung: "Ich habe nur diese Woche Kapazität frei" mag wahr sein bei ausgebuchten Freelancern, aber wenn es sich wie Verkaufsdruck anfühlt, ist Vorsicht geboten.
Kommunikationsprobleme: Wenn bereits im Erstgespräch Kommunikation schwierig ist (sprachlich, fachlich, menschlich), wird es in der Zusammenarbeit nicht besser.
Bei Freelancern ist das Bauchgefühl wichtiger als bei Agenturen. Sie arbeiten direkt mit dieser Person. Wenn etwas nicht stimmt, hören Sie darauf.
Zusammenarbeit mit Freelancern gestalten
Die richtige Zusammenarbeit ist entscheidend für den Erfolg.
Vertragsgestaltung und Absicherung
Ein klarer Vertrag schützt beide Seiten:
Leistungsumfang definieren: Was genau ist enthalten? Wie viele Stunden? Welche Leistungen? Was kostet extra? Je präziser, desto besser.
Vergütungsmodell festlegen: Stundensatz, Pauschale oder projektbasiert? Zahlungsmodalitäten klären (monatlich vorab, nachträglich, bei Projektabschluss?).
Laufzeiten und Kündigungsfristen: Bei laufender Betreuung: Mindestlaufzeit? Kündigungsfrist? Bei Projekten: Zeitrahmen und Meilensteine.
Kontozugriff regeln: Sie bleiben Eigentümer, Freelancer erhält Verwaltungsrechte. Das muss klar sein. Bei Vertragsende werden Rechte entzogen.
Vertraulichkeit: NDA (Non-Disclosure Agreement) ist Standard. Ihre Geschäftsdaten und Kampagnen-Details sind vertraulich.
Haftung: Was passiert bei Fehlern? Realistische Haftungsregelungen schützen beide Seiten.
Viele Freelancer haben Standard-Verträge. Lesen Sie diese sorgfältig und verhandeln Sie bei Bedarf Anpassungen.
Kommunikation und Erreichbarkeit
Klare Kommunikationsregeln vermeiden Frust:
Kanäle definieren: E-Mail für Offizielles, Slack/Teams für Schnelles, monatliche Calls für Reviews? Definieren Sie die Kanäle.
Response-Zeiten vereinbaren: Auch ohne SLA: Was sind realistische Erwartungen? 24h für E-Mails ist fair, sofortige Antworten meist nicht.
Meeting-Rhythmus: Monatliche Reviews sind Standard. Bei intensiverer Zusammenarbeit auch häufiger. Definieren Sie Frequenz und Format.
Erreichbarkeit klären: Wann ist der Freelancer typischerweise verfügbar? Gibt es Urlaubszeiten? Wie läuft Kommunikation in dieser Zeit?
Überkommuni kation ist am Anfang besser als Unterkom munikation. Mit der Zeit findet sich ein Rhythmus.
Projektmanagement und Reporting
Strukturiertes Arbeiten hilft beiden Seiten:
Ziele definieren: Vereinbaren Sie klare KPIs und Ziele. Der Freelancer sollte wissen, woran sein Erfolg gemessen wird.
Regelmäßiges Reporting: Monatliche Reports sollten Standard sein. Format gemeinsam vereinbaren: Was wollen Sie sehen?
Zugriff auf Dashboards: Sie sollten jederzeit selbst Einblick ins Konto haben. Zusätzlich kann der Freelancer separate Dashboards einrichten.
Dokumentation: Gute Freelancer dokumentieren Änderungen und Learnings. Das hilft bei Transparenz und im Fall eines Wechsels.
Feedback-Kultur: Geben Sie konstruktives Feedback. Die meisten Freelancer schätzen das und passen ihre Arbeit gerne an Ihre Präferenzen an.
Übergabe und Dokumentation
Besonders wichtig, wenn die Zusammenarbeit endet:
Wissenstransfer: Der Freelancer sollte dokumentieren: Kontostruktur, Strategien, Learnings, laufende Tests. So können Sie oder ein Nachfolger nahtlos übernehmen.
Zugriffsrechte: Bei Vertragsende werden die Verwaltungsrechte des Freelancers entzogen. Sie behalten vollständige Kontrolle.
Übergabe-Call: Ein finales Gespräch erklärt den aktuellen Stand, offene Aufgaben und Empfehlungen fürs weitere Vorgehen.
Professionelle Freelancer haben Interesse an sauberen Übergaben. Es schützt ihren Ruf und ermöglicht potenziell zukünftige Zusammenarbeit.
Freelancer-Kosten verstehen
Die Preisgestaltung bei Freelancern ist vielfältiger als bei Agenturen.
Stundensätze vs. Monatspauschalen
Stundensätze (60-150 EUR):
- Vorteil: Zahlen Sie nur tatsächlich geleistete Arbeit
- Nachteil: Schwer planbare Kosten, Aufwand nicht immer transparent
- Geeignet für: Projektarbeit, unregelmäßige Zusammenarbeit, variable Aufwände
Monatspauschalen (400-2.000 EUR):
- Vorteil: Planbare Kosten, typischerweise feste Leistungen enthalten
- Nachteil: Bei geringem Aufwand eventuell teurer als Stundensatz
- Geeignet für: Laufende Betreuung, regelmäßige Optimierung
Viele Freelancer bieten beide Modelle an und beraten, was für Ihre Situation passt. Für kontinuierliche Betreuung sind Pauschalen meist praktikabler.
Typische Preisspannen in DACH
Die Freelancer-Preise variieren erheblich:
Einsteiger (1-3 Jahre Erfahrung):
- Stundensätze: 50-80 EUR
- Monatliche Betreuung: 400-800 EUR
- Setup-Projekte: 800-1.500 EUR
Erfahrene Freelancer (3-7 Jahre):
- Stundensätze: 80-120 EUR
- Monatliche Betreuung: 800-1.500 EUR
- Setup-Projekte: 1.500-3.000 EUR
Experten (7+ Jahre, Spezialisierung):
- Stundensätze: 120-180+ EUR
- Monatliche Betreuung: 1.500-2.500+ EUR
- Setup-Projekte: 3.000-6.000 EUR
Geografische Unterschiede: Großstädte (München, Hamburg, Berlin) tendieren teurer. Ländliche Regionen oft günstiger.
Branchen-Unterschiede: B2B/SaaS-Spezialisten oft teurer als Local-Search-Experten.
Performance-basierte Vergütung
Manche Freelancer bieten erfolgsbasierte Modelle:
Variante 1: Basis + Erfolgsbonus Niedriges Fixum (z.B. 300 EUR) plus Bonus bei Zielerreichung (z.B. 10% der eingesparten Kosten oder 5% des Mehrumsatzes).
Variante 2: Reine Erfolgsvergütung Freelancer erhält nur bei messbarem Erfolg Honorar. Selten, da riskant für den Freelancer.
Vorteile: Maximale Interessenübereinstimmung, günstiger bei Nicht-Erfolg, starker Anreiz für Performance.
Nachteile: Schwierig fair zu strukturieren (was ist "Erfolg"?), externe Faktoren können Erfolg beeinflussen, nicht für alle Situationen geeignet.
Performance-Vergütung funktioniert am besten, wenn Erfolgskriterien eindeutig messbar und fair attributierbar sind. Bei komplexen Szenarien ist Pauschale oder Stundensatz praktikabler.
Preis-Leistung richtig bewerten
Der günstigste ist selten der beste. Bewerten Sie:
Erfahrung und Expertise: Ein 150-EUR-Freelancer, der in drei Stunden leistet, was ein 60-EUR-Freelancer in zehn Stunden macht, ist günstiger – und liefert wahrscheinlich bessere Qualität.
Branchen-Know-how: Branchenerfahrung beschleunigt Erfolg. Bezahlen Sie lieber mehr für einen E-Commerce-Spezialisten als weniger für einen Generalisten, wenn Sie einen Online-Shop haben.
Kommunikation und Fit: Reibungslose Zusammenarbeit spart Zeit und Nerven. Das hat Wert.
Opportunitätskosten: Ihre Zeit ist wertvoll. Ein Freelancer, der mehr kostet, aber alles eigenständig managed, ist möglicherweise günstiger als ein billiger, der ständig Rückfragen hat.
Rechnen Sie Preis-Leistung über mehrere Monate. Der scheinbar teure Freelancer, der Ihre Kampagnen-Performance signifikant verbessert, ist oft das bessere Investment als der günstige mit mittelmäßigen Ergebnissen.
FAQ: Google Ads Freelancer
Wie finde ich qualifizierte Freelancer?
Nutzen Sie mehrere Kanäle: Freelancer-Plattformen (freelancermap, Malt), LinkedIn-Suche, Empfehlungen aus dem Netzwerk, Google-Suche. Prüfen Sie Zertifikate, Referenzen und Portfolios sorgfältig.
Das Erstgespräch ist entscheidend: Stellt die Person intelligente Fragen? Demonstriert sie Fachwissen? Stimmt die Chemie? Investieren Sie Zeit in die Auswahl, es zahlt sich aus.
Tipp: Die besten Freelancer sind oft gar nicht aktiv auf Jobsuche. Fragen Sie in Ihrem Netzwerk nach Empfehlungen. Persönliche Weiterempfehlungen führen häufig zu den besten Matches.
Was kosten Google Ads Freelancer?
Die Spanne ist breit: 50-180 EUR Stundensatz, 400-2.500 EUR monatliche Betreuung, je nach Erfahrung und Spezialisierung.
Für einen typischen mittelständischen Account (3.000-5.000 EUR Werbebudget) sind 800-1.200 EUR monatliche Betreuung realistisch. Das ist 30-50% günstiger als vergleichbare Agenturleistungen.
Sehr günstige Angebote (unter 400 EUR monatlich) sind kritisch: Entweder sehr unerfahren oder so viele Kunden, dass individuelle Betreuung kaum möglich ist.
Wie sichere ich mich vertraglich ab?
Schriftlicher Vertrag ist Pflicht. Wichtige Punkte: Leistungsumfang, Vergütung, Laufzeit, Kündigung, Kontozugriff (Sie bleiben Eigentümer!), Vertraulichkeit, Haftung.
Standardverträge der Freelancer sind okay, lesen Sie sie aber sorgfältig. Bei Unklarheiten nachfragen oder anpassen lassen.
Wichtig: Auch mit Vertrag sollte das Vertrauensverhältnis stimmen. Ein Vertrag ersetzt keine gute Zusammenarbeit, er rahmt sie nur.
Wann ist ein Freelancer besser als eine Agentur?
Freelancer sind oft besser bei:
- Kleineren bis mittleren Budgets (500-5.000 EUR monatlich)
- Einfacheren bis mittleren Kampagnen-Komplexitäten
- Wunsch nach persönlichem, direktem Kontakt
- Budgetorientierung (Freelancer meist günstiger)
- Flexiblen, projektbasierten Engagements
Agenturen sind besser bei:
- Großen Budgets und hoher Komplexität
- Bedarf nach garantierter Verfügbarkeit und Vertretung
- Multi-Channel-Anforderungen
- Unternehmen mit etablierten Vendor-Management-Prozessen
Ehrlich gesagt: Für viele KMU ist ein guter Freelancer die optimale Lösung. Sie erhalten Expertise auf Augenhöhe zu fairen Preisen.
Fazit: Freelancer als smarte Alternative
Google Ads Freelancer sind eine oft unterschätzte Option zwischen DIY und Agentur. Sie kombinieren professionelles Know-how mit Flexibilität, persönlichem Kontakt und meist attraktiveren Preisen als klassische Agenturen.
Besonders für kleine bis mittlere Unternehmen mit Budgets zwischen 1.000 und 10.000 EUR monatlich sind qualifizierte Freelancer oft die optimale Lösung. Sie erhalten dedizierte Aufmerksamkeit eines erfahrenen Experten, ohne Agentur-Overhead zu bezahlen.
Die Herausforderung liegt in der Auswahl: Die Qualität variiert enorm. Investieren Sie Zeit in sorgfältige Evaluation, prüfen Sie Referenzen und vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl im Erstgespräch.
Klare Verträge, definierte Kommunikationswege und regelmäßiges Reporting schaffen die Basis erfolgreicher Zusammenarbeit. Mit dem richtigen Freelancer gewinnen Sie einen echten Partner, der Ihre Kampagnen mit Expertise und Engagement zum Erfolg führt.
Wenn Sie lieber mit einem etablierten Dienstleister arbeiten möchten, bietet Adkontakt professionelle Google Ads Betreuung mit Agentur-Sicherheit zu fairen Konditionen. Beide Optionen – Freelancer oder Agentur-Alternative – können richtig sein. Entscheidend ist, was zu Ihrer spezifischen Situation passt.