Google Ads vs. Microsoft Ads (Bing)
Microsoft Advertising (ehemals Bing Ads) wird oft als "kleine Schwester" von Google Ads betrachtet und von vielen Werbetreibenden ignoriert. Doch mit etwa 5-8% Marktanteil in Deutschland und deutlich niedrigeren Klickpreisen kann Microsoft Ads eine wertvolle Ergänzung zu Google Ads sein. In diesem Vergleich erfahren Sie, wie sich beide Plattformen unterscheiden und ob Microsoft Ads für Ihr Business Sinn macht.
Einleitung
Wenn Sie Google Ads nutzen, haben Sie vermutlich schon von Microsoft Advertising gehört – vielleicht sogar die Frage gestellt: "Lohnt sich das überhaupt?" Die Antwort ist für die meisten Werbetreibenden: Ja, definitiv.
Microsoft Advertising (der neue Name für Bing Ads seit 2019) ist die Werbeplattform von Microsoft und schaltet Anzeigen auf:
- Bing.com (die Suchmaschine)
- Yahoo Search (über Partnership)
- DuckDuckGo (teilweise)
- Microsoft Edge (Startseite und Suggestions)
- MSN und Microsoft-Eigenschaften
In Deutschland hat Bing einen Marktanteil von etwa 5-8% bei den Suchmaschinen. Das klingt nach wenig im Vergleich zu Googles 90%+, aber es entspricht immer noch Millionen von Suchanfragen täglich.
Der entscheidende Vorteil: Microsoft Ads ist deutlich weniger umkämpft als Google Ads. Die Folge: 30-50% niedrigere Klickpreise bei vergleichbarer Qualität. Für das gleiche Budget erhalten Sie mehr Traffic.
Der größte Pluspunkt: Sie können Ihre gesamten Google Ads Kampagnen mit wenigen Klicks importieren. Der Zeitaufwand liegt bei 15-30 Minuten, und Sie erschließen einen zusätzlichen Traffic-Kanal mit minimalem Aufwand.
In diesem Artikel vergleichen wir beide Plattformen systematisch: Marktanteile, Zielgruppen, Funktionen, Kosten und die praktische Frage: Soll ich Microsoft Ads zusätzlich zu Google Ads nutzen?
Die Antwort vorweg: Für die meisten Werbetreibenden, die bereits Google Ads nutzen, ist Microsoft Ads eine einfache Möglichkeit, 10-20% mehr Traffic zu 30-50% niedrigeren Kosten zu erhalten. Warum also nicht?
Marktanteile und Reichweite
Der offensichtlichste Unterschied zwischen beiden Plattformen ist die Reichweite.
Google: 90%+ Marktanteil
Google dominiert den Suchmaschinenmarkt absolut:
- Deutschland: 90-92% Marktanteil
- Täglich über 4 Millionen Suchanfragen allein in Deutschland
- Praktisch jeder Internetnutzer verwendet Google
- Mobile: über 95% Marktanteil
Google ist die Standard-Suchmaschine auf den meisten Geräten, in den meisten Browsern und für die meisten Menschen synonym mit "im Internet suchen".
Implikationen für Werbetreibende:
- Maximale Reichweite für praktisch jedes Keyword
- Hohe Konkurrenz (viele Werbetreibende)
- Hohe Klickpreise in umkämpften Branchen
Microsoft: ~5-8% in Deutschland
Microsofts Reichweite ist deutlich kleiner, aber nicht irrelevant:
- Bing.com: etwa 5-8% Marktanteil in Deutschland
- Yahoo Search (powered by Bing): zusätzliche 1-2%
- Kombiniert mit Edge und anderen Microsoft-Properties: schätzungsweise 8-10% Gesamtreichweite
Aber: Bing, Yahoo, DuckDuckGo, Edge
Was macht das Microsoft Search Network aus?
Bing.com: Die hauseigene Suchmaschine. In den USA deutlich stärker (ca. 20% Marktanteil) als in Deutschland, aber auch hierzulande mehrere Millionen Suchanfragen täglich.
Yahoo Search: Yahoo hat seine eigene Suchtechnologie 2010 aufgegeben und nutzt seitdem Bing. Yahoo-Nutzer sehen also Bing-Ergebnisse – und Ihre Microsoft Ads erscheinen auch dort.
DuckDuckGo: Die datenschutzfreundliche Suchmaschine bezieht einen Teil ihrer Suchergebnisse von Bing. Microsoft Ads erscheinen teilweise auch auf DuckDuckGo (allerdings nicht immer).
Microsoft Edge: Der Windows-Standard-Browser hat Bing als Default-Suchmaschine. Mit Windows 11 wird Edge stärker gepusht. Die Startseite von Edge zeigt MSN-Content mit integrierten Anzeigen.
Microsoft-Ökosystem: Windows 10 und 11, Microsoft Office, Outlook.com – überall ist Bing integriert.
Wichtige Erkenntnis: Sie erreichen nicht nur "Bing-Nutzer", sondern ein breiteres Ökosystem.
Wer nutzt Bing?
Demografische Besonderheiten der Bing-Nutzer:
Ältere Nutzer: Die durchschnittliche Bing-Nutzerin ist älter als die durchschnittliche Google-Nutzerin. Überdurchschnittlich viele 35+ und 50+ Nutzer.
Windows-User: Wer Windows nutzt und den Standard-Browser (Edge) beibehält, nutzt automatisch Bing.
Weniger technikaffin: Menschen, die ihren Browser oder Suchmaschine nicht bewusst wählen, landen bei Bing. Das sind oft "Late Adopters" und weniger Digital Natives.
Höheres Einkommen: Statistiken zeigen, dass Bing-Nutzer in den USA überdurchschnittliches Einkommen haben. Für Deutschland gibt es weniger Daten, aber ähnliche Tendenzen werden beobachtet.
B2B-Fokus: Viele Unternehmens-PCs haben Microsoft-Standard-Einstellungen. B2B-Suchen finden überdurchschnittlich oft auf Bing statt.
Für welche Businesses relevant?
- B2B (Unternehmens-PCs nutzen oft Bing)
- Ältere Zielgruppen (50+)
- Windows-basierte Software/Services
- Premium-Produkte (höheres Einkommen)
- Branchen mit geringer digitaler Affinität
Kosten im Vergleich
Der Kostenvorteil ist der Hauptgrund, warum Werbetreibende Microsoft Ads ausprobieren sollten.
CPCs bei Microsoft Ads
Microsoft Ads ist durchschnittlich 30-50% günstiger als Google Ads für die gleichen oder ähnliche Keywords.
Oft 20-50% günstiger
Durchschnittliche CPC-Unterschiede: | Branche | Google Ads CPC | Microsoft Ads CPC | Ersparnis | |---------|----------------|-------------------|-----------| | E-Commerce (allgemein) | 1,50€ | 0,80€ | 47% | | B2B Software | 6,00€ | 3,50€ | 42% | | Versicherung | 8,00€ | 4,50€ | 44% | | Immobilien | 3,00€ | 1,80€ | 40% | | Rechtsberatung | 10,00€ | 6,00€ | 40% | | Lokale Dienstleistungen | 2,50€ | 1,30€ | 48% |
Warum sind die CPCs niedriger?
- Weniger Konkurrenz (weniger Werbetreibende auf Bing)
- Niedrigere Nachfrage nach Werbeplätzen
- Microsoft möchte Werbetreibende anlocken (marktstrategische Preisgestaltung)
Praktisches Beispiel:
- Google Ads Budget: 1.000€/Monat, CPC 2€ → 500 Klicks
- Microsoft Ads Budget: 1.000€/Monat, CPC 1€ → 1.000 Klicks
- Ergebnis: Doppelte Klickzahl für gleiches Budget
CPCs bei Google Ads
Google Ads ist teurer, aber es gibt Gründe dafür:
- Mehr Konkurrenz treibt Preise hoch
- Höhere Reichweite rechtfertigt höhere Gebote
- Mehr Daten für bessere Optimierung
Durchschnittliche Google-CPCs (siehe Tabelle oben) liegen typischerweise bei 1,50-3€ über alle Branchen, mit extremen Ausreißern in hart umkämpften Bereichen (Versicherung, Recht, Finanzen können 10-20€+ erreichen).
Kostenvergleich nach Branche
Realistische Szenarien nach Branche:
E-Commerce:
- Google: 1.000€ Budget → 600 Klicks (1,67€ CPC) → 12 Käufe (2% CR) → 1.200€ Umsatz
- Bing: 300€ Budget → 300 Klicks (1€ CPC) → 5 Käufe (1,7% CR) → 500€ Umsatz
- Ergebnis: Mit 23% zusätzlichem Budget (300€) generieren Sie 42% mehr Umsatz (500€)
B2B Services:
- Google: 2.000€ → 400 Klicks (5€) → 12 Leads (3% CR) → 2 Deals
- Bing: 500€ → 150 Klicks (3,30€) → 4 Leads (2,7% CR) → 0-1 Deal
- Ergebnis: Mit 20% zusätzlichem Budget 25-33% mehr Leads
Wichtige Beobachtung: Die Conversion-Raten auf Bing sind oft leicht niedriger (um 10-20%), aber die niedrigeren CPCs gleichen das meist mehr als aus.
Funktionen im Vergleich
Microsoft Ads hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt und bietet mittlerweile Parität mit den meisten Google-Features.
Was gleich ist
Kampagnentypen:
- Search Campaigns (Suchnetzwerk)
- Shopping Campaigns (Produktanzeigen)
- Display/Audience Campaigns (ähnlich Google Display Network)
- Microsoft Audience Network (ähnlich wie GDN)
Gebotsstrategien:
- Manuell CPC
- Enhanced CPC
- Maximize Clicks
- Target CPA
- Target ROAS
- Maximize Conversions
Anzeigenformate:
- Responsive Search Ads (wie bei Google)
- Expanded Text Ads (noch verfügbar, bei Google eingestellt)
- Dynamic Search Ads
- Product Ads (Shopping)
Targeting-Optionen:
- Keywords (mit Match Types: Exact, Phrase, Broad)
- Locations
- Demographics (Alter, Geschlecht)
- Device Targeting
- Audience Targeting (Remarketing, Custom Audiences, In-Market)
Tracking & Conversion:
- UET (Universal Event Tracking) Tag – funktional identisch mit Google Tag
- Conversion Tracking
- Offline Conversion Import
95% Funktions-Parität: Für die meisten Standard-Anwendungsfälle bietet Microsoft Ads die gleichen Features wie Google Ads.
Microsoft-exklusive Features
LinkedIn Profile Targeting: Das ist der größte Unique-Selling-Point von Microsoft Ads. Da Microsoft LinkedIn besitzt, können Sie auf Bing Anzeigen schalten, die nach LinkedIn-Profildaten targeten:
- Unternehmen
- Branche
- Jobtitel
Dies macht Microsoft Ads besonders interessant für B2B. Sie erreichen auf Bing gezielt z.B. "Marketing Manager in Tech-Unternehmen" – eine Möglichkeit, die Google nicht bietet (außer Sie nutzen LinkedIn Ads direkt).
Microsoft Merchant Center: Einfacher und benutzerfreundlicher als Google Merchant Center, so die Rückmeldungen vieler E-Commerce-Advertiser.
Import aus Google Ads: Microsoft bietet eine eingebaute Import-Funktion, um komplette Kampagnen von Google zu übernehmen (mehr dazu später).
Google-exklusive Features
Performance Max: Googles KI-gesteuertes, kampagnentyp-übergreifendes Format gibt es bei Microsoft (noch) nicht.
Discover Ads: Anzeigen im Google Discover Feed (Gmail, YouTube, Google App) sind Microsoft-Exclusiv.
YouTube Ads: Offensichtlich, YouTube gehört zu Google.
Größeres Display Network: Google Display Network erreicht über 90% aller Internetnutzer auf 2+ Millionen Websites. Microsoft Audience Network ist deutlich kleiner.
Mehr Daten & KI: Google hat mehr Nutzerdaten und fortgeschrittenere Machine Learning Algorithmen. Google's Smart Bidding ist ausgereifter als Microsoft's automatisierte Gebotsstrategien.
Google Shopping ist stärker: Mehr Nutzer suchen Produkte auf Google als auf Bing. Google Shopping ist der dominantere Kanal für E-Commerce.
Kampagnen von Google importieren
Der größte praktische Vorteil von Microsoft Ads: Sie müssen nicht bei Null anfangen.
Import-Funktion nutzen
So importieren Sie Ihre Google Ads Kampagnen:
- Microsoft Ads Konto erstellen (wenn noch nicht vorhanden)
- Import-Tool öffnen: Tools → Import → From Google Ads
- Google-Konto verbinden: Autorisieren Sie Microsoft, auf Ihr Google Ads Konto zuzugreifen
- Kampagnen auswählen: Wählen Sie, welche Kampagnen importiert werden sollen (normalerweise alle)
- Import-Optionen wählen:
- Import scheduling: Einmalig oder wiederkehrend (wöchentlich, täglich)
- Was importieren: Kampagnen, Keywords, Anzeigen, Extensions, Budgets, Gebote
- Import starten: Dauert je nach Größe 5-30 Minuten
Was wird importiert?
- Kampagnenstruktur
- Ad Groups
- Keywords (inkl. Match Types, Gebote, Status)
- Anzeigen (Headlines, Descriptions, URLs)
- Extensions (Sitelinks, Callouts, etc.)
- Budgets
- Negative Keywords
- Remarketing-Listen (müssen UET-Tag verwenden)
Was wird NICHT 1:1 übertragen?
- Conversion-Tracking (Sie müssen UET Tag einbauen)
- Performance-Historie (startet bei Null)
- Gebote (sollten angepasst werden)
Was angepasst werden muss
Nach dem Import: Diese Optimierungen sind wichtig:
1. Gebote reduzieren Da CPCs bei Microsoft 30-50% niedriger sind, sollten Sie Ihre Gebote entsprechend anpassen:
- Reduzieren Sie alle Gebote um 30-40%
- Beispiel: Google Max CPC 3€ → Bing Max CPC 2€
2. Budgets anpassen Starten Sie mit niedrigeren Budgets (30-50% der Google-Budgets) und skalieren Sie nach oben, wenn die Performance stimmt.
3. Conversion-Tracking einrichten
- UET Tag auf Website implementieren (ähnlich wie Google Tag)
- Conversion-Ziele in Microsoft Ads definieren
- Testen, ob Tracking funktioniert
4. Anzeigentexte prüfen Manchmal werden Character Limits leicht unterschiedlich interpretiert. Prüfen Sie, ob alle Anzeigen korrekt erscheinen.
5. Extensions überprüfen Manche Extensions (z.B. Promotion Extensions) werden nicht importiert oder funktionieren anders.
6. Mobile Gebote anpassen Die Mobile/Desktop-Verteilung kann sich unterscheiden. Passen Sie Bid Adjustments entsprechend an.
7. Negative Keywords erweitern Nach 2-4 Wochen: Prüfen Sie Search Terms Report und fügen Sie Bing-spezifische negative Keywords hinzu.
Zeitaufwand:
- Initialer Import: 15-30 Min.
- Anpassungen: 1-2 Stunden
- Laufende Optimierung: 30-60 Min./Woche (zusätzlich zu Google)
ROI des Zeitaufwands: Bei den meisten Advertisern liefert Microsoft Ads 10-20% des Google-Traffics. Wenn Sie 10 Stunden/Woche für Google Ads aufwenden, bringen zusätzliche 1-2 Stunden für Microsoft Ads 10-20% mehr Ergebnisse. Lohnt sich.
Wann Microsoft Ads zusätzlich nutzen?
Basierend auf allen Vergleichen gibt es klare Szenarien, in denen Microsoft Ads eine wertvolle Ergänzung ist.
Als Ergänzung zu Google
Microsoft Ads ist (fast) immer eine sinnvolle Ergänzung zu Google Ads, wenn:
1. Sie bereits Google Ads erfolgreich nutzen
- Wenn Google Ads profitabel läuft, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Microsoft Ads auch funktioniert
- Nutzen Sie die Import-Funktion für schnellen Start
- Minimaler zusätzlicher Aufwand, potenziell 10-20% mehr Traffic
2. Ihr Budget mindestens 1.000€/Monat beträgt
- Unter 500€/Monat: Fokussieren Sie sich auf Google (mehr Reichweite, bessere Daten)
- 500-1.000€: Testen Sie Microsoft mit 100-200€
- 1.000€+: Teilen Sie 80% Google, 20% Microsoft
- 5.000€+: Teilen Sie 70% Google, 30% Microsoft
3. Sie mehr Reichweite wollen
- Google-Budget bereits ausgereizt (alle relevanten Keywords abgedeckt)
- Sie wollen mehr Traffic ohne Google-CPCs weiter zu erhöhen
- Microsoft bietet zusätzliche Reichweite zu niedrigeren Kosten
4. Saisonale Spitzen
- Im Q4 (Weihnachtsgeschäft) steigen Google-CPCs oft um 30-50%
- Microsoft ist weniger betroffen von saisonalen CPC-Schwankungen
- Nutzen Sie Microsoft als "Überlauf" für Peak-Zeiten
B2B und ältere Zielgruppen
Microsoft Ads ist besonders effektiv für:
B2B-Unternehmen:
- Viele Unternehmens-PCs nutzen Windows + Edge + Bing
- LinkedIn Profile Targeting (unique zu Microsoft)
- Höhere B2B-Anteil unter Bing-Nutzern
- Oft bessere CPAs als auf Google für B2B-Keywords
Ältere Zielgruppen (40+, besonders 50+):
- Überdurchschnittliche Repräsentation auf Bing
- Höheres Einkommen (Kaufkraft)
- Weniger "werbebewusst" (höhere CTRs)
Branchen mit niedrigem digitalen Reifegrad:
- Traditionelle Branchen (Handwerk, lokale Services)
- Wo die Zielgruppe nicht "tech-savvy" ist
- Diese Gruppen nutzen oft Standard-Software (= Bing)
Budget-Optimierung
Microsoft Ads als Budget-Stretch-Tool:
Szenario: Sie haben 2.000€ Google Ads Budget und gute Performance, aber wollen wachsen ohne CPCs zu ruinieren.
Statt: Google-Budget auf 3.000€ erhöhen (was oft suboptimale Keywords aktiviert oder Gebote erhöht)
Besser: 2.000€ Google + 500€ Microsoft
- Sie erhalten zusätzlichen, günstigen Traffic
- Google-Kampagnen bleiben optimal
- Gesamtreichweite steigt
Cost-per-Acquisition bleibt stabil oder sinkt sogar, da Microsoft niedrigere CPCs hat.
Wann nur Google Ads?
Es gibt auch Situationen, in denen Microsoft Ads wenig Sinn macht.
Wenn Reichweite entscheidend ist
Nutzen Sie nur Google Ads, wenn:
1. Sehr niedriges Suchvolumen
- Wenn Ihr Keyword nur 100 Suchen/Monat auf Google hat, sind es auf Bing vielleicht 5-10
- Zu wenig für statistische Signifikanz
- Fokussieren Sie sich auf Google für maximale Reichweite
2. Neue Produkte oder Nischen
- Je spezialisierter Ihr Produkt, desto wichtiger ist maximale Reichweite
- Google's 90% Marktanteil sind entscheidend
- Erst wenn Google gut läuft, erweitern zu Bing
3. Mobile-First-Businesses
- Bing hat deutlich niedrigeren Mobile-Anteil als Google
- Wenn 80%+ Ihrer Conversions mobil sind, ist Google wichtiger
- Desktop-dominierte Branchen profitieren mehr von Bing
4. Junge Zielgruppen (18-30)
- Gen Z und junge Millennials nutzen kaum Bing
- Google und vor allem YouTube, Instagram, TikTok sind relevanter
- Bing überspringen oder nur minimales Budget
5. Sehr kleines Budget (unter 500€/Monat)
- Unterhalb 500€ sollten Sie sich fokussieren statt zu splitten
- Google bietet mehr Lernmöglichkeiten und Daten
- Microsoft erst, wenn Google optimiert ist
6. Video-Marketing wichtig
- YouTube gehört zu Google, ist Teil von Google Ads
- Wenn Video zentral für Ihre Strategie ist, ist Google unverzichtbar
- Microsoft hat keine vergleichbare Video-Plattform
Vergleichstabelle
Hier die kompakte Übersicht aller wichtigen Kriterien:
| Kriterium | Google Ads | Microsoft Ads (Bing) | Vorteil | |-----------|------------|----------------------|---------| | Marktanteil DE | 90-92% | 5-8% | Google | | Tägliche Suchen DE | 4M+ | 200k-400k | Google | | Durchschn. CPC | 1,50-3€ | 0,80-1,80€ | Microsoft | | Wettbewerbsintensität | Sehr hoch | Mittel | Microsoft | | Zielgruppen-Alter | Alle Altersgruppen | Älter (35+) | Kommt drauf an | | B2B-Eignung | Sehr gut | Exzellent (LinkedIn-Targeting) | Microsoft | | Mobile-Traffic | Sehr hoch (95%+ Mobil-Marktanteil) | Niedriger | Google | | Funktionsumfang | Am umfangreichsten | 95% Parität | Google | | Einrichtungs-Aufwand | Mittel | Niedrig (Import!) | Microsoft | | Lernkurve | Mittel | Niedrig (gleiche UI-Konzepte) | Microsoft | | Video-Ads | Ja (YouTube) | Nein | Google | | Shopping-Performance | Exzellent | Gut | Google | | Unique Features | Performance Max, Discovery, YouTube | LinkedIn-Targeting | Beide | | Import-Funktion | - | Ja (von Google) | Microsoft | | ROI | Gut | Oft besser (niedrigere CPCs) | Microsoft |
Häufige Fragen
Lohnt sich Bing Ads in Deutschland? Ja, für die meisten Werbetreibenden, die bereits Google Ads nutzen. Mit der Import-Funktion ist der Aufwand minimal (1-2 Stunden), und Sie erhalten typischerweise 10-20% zusätzlichen Traffic zu 30-50% niedrigeren CPCs. Das ergibt meist einen positiven ROI.
Wie viel Budget sollte ich für Microsoft Ads einplanen? Als Faustregel: 15-25% Ihres Google Ads Budgets. Wenn Sie 2.000€/Monat für Google ausgeben, starten Sie mit 300-500€ für Microsoft. Skalieren Sie nach oben, wenn die Performance gut ist.
Kann ich die gleichen Keywords und Anzeigen wie bei Google nutzen? Ja, genau dafür ist die Import-Funktion da. Sie sollten aber Gebote anpassen (30-40% niedriger) und nach einigen Wochen Bing-spezifische Optimierungen vornehmen (negative Keywords, Anzeigentexte).
Sind die Conversion-Raten auf Bing schlechter? Oft leicht schlechter (um 10-20%), aber nicht immer. In manchen Branchen (B2B, ältere Zielgruppen) sind die Conversion-Raten ähnlich oder sogar besser. Die niedrigeren CPCs gleichen niedrigere Conversion-Raten meist mehr als aus.
Wie viel Zeit muss ich für Microsoft Ads investieren? Nach initialem Setup (1-2 Stunden): etwa 30-60 Minuten pro Woche für Monitoring und Optimierung. Wenn Sie wiederkehrende Imports einrichten (wöchentlich), noch weniger.
Fazit
Microsoft Advertising (Bing Ads) ist keine Konkurrenz zu Google Ads, sondern eine Ergänzung. Die Frage ist nicht "Google ODER Microsoft", sondern "Google UND Microsoft".
Klare Empfehlung: Nutzen Sie Microsoft Ads zusätzlich zu Google Ads, wenn:
- Sie bereits Google Ads erfolgreich nutzen
- Ihr monatliches Budget über 1.000€ liegt
- Sie mehr Reichweite zu niedrigeren Kosten wollen
- Sie B2B oder ältere Zielgruppen targeten
- Sie 1-2 Stunden Setup-Zeit investieren können
Der typische ROI:
- Zeitinvestition: 1-2 Stunden Setup + 0,5-1 Stunde/Woche
- Budget: 15-25% zusätzlich zum Google-Budget
- Ergebnis: 10-20% mehr Traffic zu 30-50% niedrigeren CPCs
- Effektiv: Mehr Traffic bei gleichem oder besserem Cost-per-Acquisition
Konkrete Handlungsempfehlung:
- Exportieren Sie Ihre best-performenden Google-Kampagnen
- Importieren Sie diese in Microsoft Ads
- Reduzieren Sie Gebote um 35%
- Starten Sie mit 200-500€ Testbudget
- Nach 4 Wochen: Evaluieren Sie Performance
- Bei positivem ROI: Skalieren Sie Budget hoch
Für die meisten Werbetreibenden ist Microsoft Ads das "Low-Hanging Fruit" der Performance-Marketing-Optimierung. Minimaler Aufwand, messbarer Mehrwert.
Mehr zu allen Alternativen zu Google Ads finden Sie hier. Details zu Google Ads Kosten im Vergleich hier.