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Google Ads Suchbegriffe analysieren: Der Suchbegriffsbericht

Keywords17 Min. Lesezeit

Google Ads Suchbegriffe analysieren: Der Suchbegriffsbericht

Keywords vs. Suchbegriffe: Der Unterschied

Der Unterschied zwischen Keywords und Suchbegriffen ist fundamental wichtig, wird aber von vielen Google Ads Nutzern missverstanden. Diese Verwechslung kostet Geld und verschenkt Potenzial.

Keywords sind die Begriffe, die SIE in Google Ads eingeben. Sie definieren, wofür Ihre Anzeigen erscheinen sollen. Wenn Sie das Keyword "handwerker münchen" buchen, teilen Sie Google mit: "Ich möchte bei Suchanfragen rund um Handwerker in München gefunden werden."

Suchbegriffe (auch: Search Terms oder Suchanfragen) sind die tatsächlichen Wörter und Phrasen, die Nutzer bei Google eintippen. "Handwerker münchen notdienst", "günstiger handwerker münchen schwabing", "elektriker münchen empfehlung" – das sind alles Suchbegriffe, die durch Ihr Keyword "handwerker münchen" ausgelöst werden können.

Die Beziehung: Ein einzelnes Keyword kann hunderte oder tausende verschiedene Suchbegriffe auslösen, abhängig vom Match Type. Mit Broad Match kann Ihr Keyword "handwerker münchen" sogar bei "sanitär notdienst bayern" oder "elektriker preise süddeutschland" erscheinen, wenn Google eine Verbindung sieht.

Warum diese Unterscheidung wichtig ist

Die Diskrepanz zwischen gebuchten Keywords und tatsächlichen Suchbegriffen ist oft enorm. Ein Beispiel aus der Praxis:

Sie buchen 10 Keywords → Diese lösen 347 verschiedene Suchbegriffe aus → Davon sind 89 irrelevant und kosten Sie Geld → 12 sind hochprofitabel, hatten Sie aber nicht als Keywords → 246 sind okay, aber nicht optimal.

Ohne Suchbegriffs-Analyse wüssten Sie von den 89 Geldverschwendern nichts. Sie würden die 12 Goldnuggets verpassen. Und Sie könnten die 246 mittelmäßigen Begriffe nicht optimieren.

Der Suchbegriffsbericht ist Ihre direkte Verbindung zur Realität. Keywords sind Ihre Hypothese ("Ich denke, Menschen suchen so"), Suchbegriffe sind die Wahrheit ("So suchen Menschen tatsächlich").

Professionelle Google Ads Manager verbringen 30-40% ihrer Zeit mit Suchbegriffs-Analyse. Es ist NICHT optional, sondern die wichtigste Optimierungsaktivität. Wer seinen Suchbegriffsbericht ignoriert, verbrennt garantiert Budget.

Suchbegriffsbericht finden und aufrufen

Der Suchbegriffsbericht ist etwas versteckt, aber einmal gefunden, sollten Sie ihn als Lesezeichen speichern.

Weg 1 (empfohlen): Linkes Menü → "Einblicke und Berichte" → "Suchbegriffe"

Weg 2: Linkes Menü → "Kampagnen" → Wählen Sie eine Kampagne → Tab "Einblicke und Berichte" → "Suchbegriffe"

Weg 3: Linkes Menü → "Keywords" → Oben Tabs → "Suchbegriffe"

Alle Wege führen zum gleichen Bericht. Der erste ist schnellste Direktzugriff auf alle Suchbegriffe über alle Kampagnen.

Die Standard-Ansicht zeigt eine Tabelle mit folgenden Spalten:

  • Suchbegriff (die tatsächliche Suchanfrage)
  • Match Type (wie der Begriff gematcht wurde)
  • Hinzugefügt/Ausgeschlossen (Status)
  • Kampagne
  • Anzeigengruppe
  • Keyword (welches Keyword den Begriff ausgelöst hat)
  • Impressionen, Klicks, CTR, Kosten, Conversions

Der Zeitraum ist standardmäßig "Letzte 30 Tage". Sie können ihn oben rechts anpassen. Für erste Analyse empfehlen wir 30 Tage – genug Daten, nicht zu überwältigend.

Spalten anpassen und Filter setzen

Die Standard-Spalten sind okay, aber Sie sollten wichtige Metriken ergänzen.

Klicken Sie auf "Spalten" → "Spalten anpassen":

Empfohlene zusätzliche Spalten:

  • Durchschn. CPC: Was kostet jeder Suchbegriff durchschnittlich?
  • Conversion-Rate: Wie gut konvertiert der Begriff?
  • Kosten/Conversion: Profitabel oder nicht?
  • Anteil an möglichen Impressionen: Erscheinen Sie überhaupt bei diesem Begriff?
  • Qualitätsfaktor (falls bei Keywords): Zwar nicht direkt für Suchbegriffe, aber vergleichbar

Nützliche Filter:

Klicken Sie auf das Filter-Symbol oben und erstellen Sie Ansichten:

Filter 1 - "Geldverbrenner":

  • Klicks ≥ 10
  • Conversions = 0 → Zeigt teure Begriffe ohne Ergebnis = Kandidaten für negative Keywords

Filter 2 - "Goldnuggets":

  • Conversions ≥ 2
  • Status "–" (noch nicht als Keyword hinzugefügt) → Zeigt erfolgreiche Begriffe, die Sie als Keywords übernehmen sollten

Filter 3 - "Hochvolumige Begriffe":

  • Impressionen ≥ 100 → Zeigt welche Begriffe am meisten Traffic generieren

Filter 4 - "Teuerste Begriffe":

  • Sortierung nach "Kosten" absteigend → Wo fließt Ihr Budget hin?

Speichern Sie diese Filter als "Gespeicherte Filter" für schnellen Zugriff. Erstellen Sie eine Routine: Jeden Montag prüfen Sie die vier Filter-Ansichten.

Suchbegriffe richtig analysieren

Wichtige Metriken verstehen

Nicht alle Metriken sind gleich wichtig. Fokussieren Sie sich auf diese:

Impressionen: Wie oft erschien Ihre Anzeige bei diesem Suchbegriff? Hohe Impressionen zeigen Relevanz und Volumen. Sehr hohe Impressionen (>1.000) bei niedrigen Klicks (<10) deuten auf irrelevante Anzeige oder schlechte Position hin.

Klicks: Wie oft wurde geklickt? Die absolute Zahl zeigt Interesse. Aber wichtiger ist die Relation zu Impressionen (CTR).

CTR (Click-Through-Rate): Klicks ÷ Impressionen. Durchschnitt im Suchnetzwerk: 3-5%. Unter 1% = Problem (Anzeige irrelevant, Position zu niedrig, oder Suchbegriff passt nicht). Über 8% = Sehr gut, Nutzer finden Ihre Anzeige hochrelevant.

Durchschn. CPC: Was zahlen Sie pro Klick bei diesem Begriff? Vergleichen Sie mit Ihrem Ziel-CPC. Ist er deutlich höher, sollten Sie negative Keywords prüfen oder Gebote anpassen. Ist er sehr niedrig (<50% Ihres durchschn. CPC), haben Sie möglicherweise eine Nische mit wenig Wettbewerb gefunden.

Kosten: Absolute Ausgaben für diesen Suchbegriff im gewählten Zeitraum. Sortieren Sie nach Kosten absteigend, um zu sehen, wo Ihr Budget hinfließt. Oft machen 20% der Suchbegriffe 80% der Kosten aus.

Conversions: Die Königsmetrik. Wie viele Conversions (Käufe, Leads, Anmeldungen) kamen von diesem Begriff? Begriffe mit mehreren Conversions sind Ihre Stars.

Conversion-Rate: Conversions ÷ Klicks. Durchschnitt stark branchenabhängig: E-Commerce 2-5%, Dienstleistungen 5-10%, B2B 3-8%. Diese Metrik zeigt die Qualität des Traffics. Ein Begriff mit 100 Klicks und 1 Conversion (1% CR) ist weniger wertvoll als einer mit 10 Klicks und 2 Conversions (20% CR).

Kosten/Conversion: Kosten ÷ Conversions. Die ultimative Profitabilitäts-Metrik. Wenn Ihre Ziel-CPA (Cost per Acquisition) 50€ ist, sind Begriffe unter 50€ profitabel, darüber nicht. Sortieren Sie danach, um Ihre profitabelsten und unprofitabelsten Begriffe zu identifizieren.

Top-Performer identifizieren

Top-Performer sind Suchbegriffe, die außergewöhnlich gut performen. Sie verdienen spezielle Behandlung.

Kriterien für Top-Performer:

  • Conversion-Rate >2x Ihres Konto-Durchschnitts
  • Kosten/Conversion <50% Ihres Ziel-CPA
  • Mindestens 3-5 Conversions (für statistische Relevanz)

Was tun mit Top-Performern:

  1. Als Keyword hinzufügen: Der wichtigste Schritt. Klicken Sie in der Checkbox vor dem Suchbegriff → "Als Keyword hinzufügen". Wählen Sie die passende Anzeigengruppe und Match Type (empfohlen: Phrase oder Exact Match für mehr Kontrolle).

  2. Höheres Gebot setzen: Wenn dieser Begriff als neues Keyword läuft, geben Sie ihm ein höheres Gebot als Ihre anderen Keywords. Top-Performer rechtfertigen Premium-Gebote. Wenn Ihr durchschn. CPC 2€ ist, setzen Sie für den Top-Performer 3-4€.

  3. Eigene Anzeigengruppe erstellen: Bei sehr profitablen Begriffen lohnt sich eine dedizierte Anzeigengruppe mit spezifischen Anzeigen. "Nike Air Zoom Pegasus 40 Damen" könnte eine eigene Gruppe bekommen mit Anzeigen, die genau dieses Modell highlighten.

  4. Landingpage optimieren: Leiten Sie den Traffic auf die relevanteste mögliche Seite. Für "nike pegasus 40 damen blau größe 39" sollte die Landingpage genau diese Produktvariante zeigen, nicht die allgemeine "Laufschuhe"-Seite.

Beispiel aus der Praxis:

Konto-Durchschnitt: 4% CR, 45€ CPA Suchbegriff: "steuerberater für kleinunternehmer berlin online"

  • 47 Klicks, 9 Conversions = 19,1% CR
  • 178€ Kosten = 19,78€ CPA

Das ist ein Superstar! 5x bessere CR und 50% niedrigerer CPA. Aktion: → Als Exact Match Keyword hinzugefügt: [steuerberater für kleinunternehmer berlin online] → Gebot auf 5€ erhöht (statt 2,50€ durchschnittlich) → Eigene Anzeigengruppe "Kleinunternehmer Online" erstellt → Spezielle Landingpage "Online-Steuerberatung für Kleinunternehmer in Berlin"

Resultat nach 4 Wochen: Aus 9 Conversions wurden 34 Conversions bei nur geringfügig erhöhtem CPA (22€ statt 19,78€).

Verschwendung aufdecken

Genauso wichtig wie Top-Performer sind die Geldverbrenner – Begriffe, die Kosten verursachen ohne Ergebnis.

Kriterien für Geldverbrenner:

  • Mindestens 10-20 Klicks
  • 0 Conversions
  • Durchschn. CPC >1€

Warum die Schwelle "10-20 Klicks"? Ein Begriff mit 2 Klicks und 0 Conversions ist noch kein klares Signal. Bei 20 Klicks ohne Conversion ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Begriff einfach nicht passt.

Typische Geldverbrenner-Kategorien:

1. Informationssuchende:

  • "wie viel kostet ein handwerker"
  • "steuerberater aufgaben"
  • "laufschuhe test stiftung warentest" → Menschen suchen Information, nicht Anbieter. Als negative Keywords ausschließen: "wie", "was ist", "test", "vergleich"

2. Jobsuchende:

  • "handwerker jobs münchen"
  • "steuerberater stellenangebote"
  • "ausbildung" → Wollen arbeiten, nicht kaufen. Negatives: "jobs", "stellenangebote", "karriere", "ausbildung", "gehalt"

3. Gratis-Sucher:

  • "kostenlose steuerberatung"
  • "handwerker kleinanzeigen"
  • "laufschuhe geschenkt" → Nicht zahlungsbereit. Negatives: "kostenlos", "gratis", "free", "geschenkt", "umsonst"

4. Geografisch falsch:

  • Sie sind in München, aber Begriff ist "handwerker berlin" → Falsche Location. Negatives: Andere Städte außerhalb Ihres Service-Radius

5. Produktmismatch:

  • Sie verkaufen Laufschuhe, Begriff ist "ballettschuhe"
  • Ausgelöst durch zu breites Broad Match Keyword "schuhe" → Broad Match einschränken oder zu "ballettschuhe" als Negative

Was tun mit Geldverbrennern:

Klicken Sie die Checkbox vor dem Begriff → "Als negatives Keyword hinzufügen" → Wählen Sie Kampagnen-Ebene oder Listen-Ebene.

Kampagnen-Ebene: Wenn der Begriff nur in dieser einen Kampagne problematisch ist Listen-Ebene: Wenn der Begriff grundsätzlich für Ihr Geschäft irrelevant ist (z.B. "jobs", "kostenlos")

Match Type für Negatives:

  • Broad Match Negative (standardmäßig): Schließt den Begriff und verwandte Varianten aus. "jobs" schließt aus: "marketing jobs", "jobs marketing", "stellenangebote jobs"
  • Phrase Match Negative (-"keyword"): Schließt nur Phrasen aus, die den Begriff enthalten
  • Exact Match Negative (-[keyword]): Schließt nur exakt diesen Begriff aus

Für die meisten Fälle ist Broad Match Negative richtig. Sie wollen "jobs" in allen Variationen ausschließen.

Aktionen aus der Analyse ableiten

Suchbegriffe zu analysieren ist nur der erste Schritt. Entscheidend ist, was Sie damit machen.

Neue Keywords hinzufügen

Wenn ein Suchbegriff mindestens 1 Conversion gebracht hat und noch nicht in Ihrem Konto als Keyword existiert, sollten Sie ihn hinzufügen.

Schritte:

  1. Klicken Sie die Checkbox vor dem Suchbegriff
  2. Button "Als Keyword hinzufügen" (oberhalb der Tabelle)
  3. Wählen Sie die passende Kampagne und Anzeigengruppe
  4. Wählen Sie Match Type

Welcher Match Type?

Das kommt auf den Suchbegriff an:

Sehr spezifischer Long-Tail Suchbegriff: "Nike Air Zoom Pegasus 40 Damen Blau Größe 39" → Exact Match [nike air zoom pegasus 40 damen blau größe 39] → Grund: Bereits hochspezifisch, Sie wollen genau diese Suchanfragen

Mid-Tail Suchbegriff: "Handwerker München Notdienst" → Phrase Match "handwerker münchen notdienst" → Grund: Sie wollen Variationen ("dringender handwerker münchen notdienst", "handwerker münchen notdienst 24h"), aber nicht zu breit

Short-Tail oder generischer Begriff: "Steuerberater Berlin" → Phrase Match "steuerberater berlin" ODER Exact Match [steuerberater berlin] → Grund: Broad Match wäre zu riskant, könnte zu viele irrelevante Begriffe auslösen

Faustregel: Wenn der Suchbegriff 1-3 Wörter hat, nutzen Sie Phrase oder Exact. Bei 4+ Wörtern Exact Match. Vermeiden Sie Broad Match für Begriffe aus dem Suchbegriffsbericht – die sind bereits durch Ihre bestehenden Broad Match Keywords entstanden.

Gebot festlegen:

Wenn der neue Suchbegriff gut performt (niedrige CPA, hohe CR), setzen Sie ein höheres Gebot als Ihre anderen Keywords. Wenn er okay performt, Standardgebot. Wenn er nur 1 Conversion hat und Sie testen wollen, niedriges Gebot.

Negative Keywords erstellen

Der Prozess für Negatives ist ähnlich, aber umgekehrt:

  1. Identifizieren Sie irrelevante Suchbegriffe (0 Conversions, mehrere Klicks/Kosten)
  2. Checkbox markieren
  3. "Als negatives Keyword hinzufügen"
  4. Entscheiden: Kampagnen-Ebene oder Liste

Kampagnen-Ebene verwenden, wenn:

  • Der Begriff ist nur in dieser Kampagne irrelevant
  • Sie haben unterschiedliche Produktlinien in verschiedenen Kampagnen (z.B. "Herren" ist Negative in Damen-Kampagne, aber nicht generell)

Listen-Ebene verwenden, wenn:

  • Der Begriff ist grundsätzlich für Ihr Geschäft irrelevant ("kostenlos", "jobs")
  • Sie wollen Zeit sparen (eine Liste auf alle Kampagnen anwenden statt jeden einzeln)

Best Practice: Negative Keyword Listen pflegen

Erstellen Sie strukturierte Listen:

Liste "Universal Negatives": jobs, kostenlos, gratis, wiki, definition, ausbildung, studium → Auf alle Kampagnen anwenden

Liste "B2B only": privat, für zuhause, diy, selber machen → Nur auf B2B-Kampagnen anwenden

Liste "Geo-Ausschlüsse": berlin, hamburg, köln (wenn Sie nur in München tätig sind) → Auf lokale Kampagnen anwenden

Pflegen Sie diese Listen kontinuierlich. Jede Woche kommen 5-10 neue Begriffe hinzu.

Match Types anpassen

Manchmal liegt das Problem nicht am Keyword selbst, sondern am Match Type.

Szenario 1: Broad Match zu breit

Sie haben Keyword: "handwerker" (Broad Match) Suchbegriffsbericht zeigt: "handwerker spiele", "handwerker ausbildung", "handwerker karneval"

Aktion: Wechseln Sie zu Phrase Match "handwerker" oder fügen Sie massiv Negatives hinzu. Broad Match "handwerker" ist einfach zu generisch.

Szenario 2: Exact Match zu einschränkend

Sie haben Keyword: [laufschuhe damen] (Exact Match) Sie sehen im Bericht viele profitable Varianten, die nicht erscheinen: "beste laufschuhe damen", "laufschuhe damen günstig"

Aktion: Ergänzen Sie Phrase Match "laufschuhe damen" zusätzlich, um mehr Varianten zu erfassen.

Szenario 3: Phrase Match optimal

Sie haben Keyword: "steuerberater münchen" (Phrase Match) Suchbegriffe sind alle relevant: "guter steuerberater münchen", "steuerberater münchen empfehlung", "steuerberater gesucht münchen"

Aktion: Nichts ändern, funktioniert perfekt! Eventuell die Top-Performer als Exact Match zusätzlich mit höherem Gebot hinzufügen.

Die Kunst ist, den richtigen Match Type für jedes Keyword zu finden. Der Suchbegriffsbericht zeigt Ihnen, ob Sie zu eng oder zu breit sind.

Regelmäßige Suchbegriffs-Analyse

Wie oft analysieren?

Die Häufigkeit hängt von Ihren Ausgaben und Ihrer Kampagnen-Phase ab:

Neue Kampagnen (erste 4 Wochen):Täglich oder mindestens alle 2 Tage → Grund: Broad/Phrase Match Keywords generieren viel irrelevanten Traffic am Anfang. Schnell Negatives hinzufügen spart massiv Budget.

Etablierte Kampagnen mit mittleren Budgets (500-3.000€/Monat):Wöchentlich → Grund: Genug neue Daten jede Woche für relevante Insights, aber nicht so volatil dass tägliche Checks nötig sind.

Große Kampagnen (5.000€+/Monat):2-3x pro Woche oder täglich für Top-Kampagnen → Grund: Bei hohen Ausgaben können schlechte Suchbegriffe schnell Hunderte Euro kosten.

Kleine Kampagnen (<500€/Monat):Alle 2 Wochen → Grund: Zu wenig Daten für wöchentliche Signifikanz, aber oft genug um Verschwendung zu stoppen.

Saisonale Kampagnen:Täglich während Hochsaison, seltener außerhalb → Grund: In Peaks (z.B. Weihnachten für E-Commerce) explodiert Traffic und damit auch Potenzial für Optimierung.

Analyse-Workflow etablieren

Erstellen Sie eine feste Routine, statt ad-hoc zu analysieren. Hier ein bewährter Wochenplan:

Montag 10:00 Uhr (30 Minuten):

  1. Öffnen Sie Suchbegriffsbericht, Zeitraum "Letzte 7 Tage"
  2. Filter "Geldverbrenner": Klicks ≥5, Conversions = 0
  3. Sortieren nach "Kosten" absteigend
  4. Fügen Sie Top-10 teuerste irrelevante Begriffe als Negatives hinzu
  5. Notieren Sie: "10 Negatives hinzugefügt, gespart ca. X€/Woche"

Mittwoch 14:00 Uhr (20 Minuten):

  1. Filter "Goldnuggets": Conversions ≥1, Status "nicht hinzugefügt"
  2. Fügen Sie profitable Begriffe als Keywords hinzu (Phrase oder Exact Match)
  3. Setzen Sie initiale Gebote leicht über Ihrem Standard
  4. Notieren Sie: "5 neue Keywords aus Suchbegriffen"

Freitag 16:00 Uhr (15 Minuten):

  1. Sortieren nach "Impressionen" absteigend
  2. Prüfen Sie Top-20 hochvolumige Begriffe: Performen sie gut?
  3. Wenn nicht: Warum? Falsche Anzeige? Schlechte Landingpage? Gebot zu niedrig?
  4. Notieren Sie Optimierungsideen für nächste Woche

Diese 65 Minuten pro Woche sind Ihre wichtigste Google Ads Aktivität. Sie finden neue Chancen, stoppen Verschwendung und verbessern kontinuierlich.

Tools für Routine:

  • Google Sheets mit Tracking: Erstellen Sie ein Sheet mit Datum, hinzugefügte Keywords, hinzugefügte Negatives, geschätzte Ersparnis
  • Kalender-Reminder: Blockieren Sie die Zeiten fest in Ihrem Kalender
  • Automatisierte Benachrichtigungen: Google Ads kann Sie benachrichtigen bei ungewöhnlichen Ausgaben-Spikes – oft durch neue problematische Suchbegriffe verursacht

Praxisbeispiel: 1.000€ gespart in 30 Tagen

Ein konkretes Beispiel zeigt die Power der Suchbegriffs-Analyse.

Ausgangssituation:

  • Firma: Lokaler Handwerksbetrieb München (Elektro + Sanitär)
  • Budget: 2.500€/Monat
  • Problem: Hohe Kosten, wenige Anfragen
  • Suchbegriffsbericht wurde nie analysiert

Zustand vor Optimierung:

  • 1.247 Klicks in 30 Tagen
  • 2.503€ Kosten
  • 19 Conversions (Anfragen)
  • Cost per Acquisition: 132€
  • Durchschn. CPC: 2,01€

Analyse (2 Stunden Arbeit):

Öffnen des Suchbegriffsbericht offenbarte:

Kategorie 1: Jobsucher (748€ verschwendet)

  • "handwerker jobs münchen" - 89 Klicks, 167€, 0 Conversions
  • "elektriker ausbildung" - 67 Klicks, 124€, 0 Conversions
  • "handwerker gehalt" - 54 Klicks, 98€, 0 Conversions
  • etc., insgesamt 18 Begriffe rund um Jobs/Gehalt/Ausbildung

Kategorie 2: DIY/Selbermacher (394€ verschwendet)

  • "elektrik selber machen" - 43 Klicks, 78€, 0 Conversions
  • "sanitär anleitung" - 38 Klicks, 71€, 0 Conversions
  • "handwerker tipps" - 31 Klicks, 59€, 0 Conversions
  • etc., insgesamt 12 Begriffe

Kategorie 3: Falsche Geo (187€ verschwendet)

  • "handwerker berlin" - 27 Klicks, 52€, 0 Conversions
  • "elektriker hamburg" - 21 Klicks, 41€, 0 Conversions
  • etc., insgesamt 9 Städte außerhalb Service-Radius

Kategorie 4: Informationssucher (203€ verschwendet)

  • "was kostet ein handwerker" - 37 Klicks, 68€, 0 Conversions
  • "handwerker kosten pro stunde" - 29 Klicks, 54€, 0 Conversions
  • etc.

Gesamt verschwendet: 1.532€ von 2.503€ Budget = 61% Verschwendung!

Aber auch Goldnuggets:

  • "handwerker münchen schwabing notdienst" - 8 Klicks, 32€, 3 Conversions (CPA: 10,67€!)
  • "elektriker münchen sonntag" - 12 Klicks, 47€, 2 Conversions (CPA: 23,50€)
  • "sanitär notfall münchen" - 6 Klicks, 29€, 2 Conversions (CPA: 14,50€)

Diese drei Begriffe waren NICHT als Keywords gebucht, wurden nur durch Broad Match "handwerker münchen" ausgelöst.

Maßnahmen umgesetzt:

  1. 47 negative Keywords hinzugefügt:

    • Alle Jobs/Ausbildung-Begriffe
    • Alle DIY/Selbermach-Begriffe
    • 15 Städte als Geo-Negatives
    • Fragewörter: "wie", "was kostet", "kosten pro"
  2. 8 neue Keywords als Phrase Match hinzugefügt:

    • "handwerker münchen schwabing notdienst"
    • "elektriker münchen sonntag"
    • "sanitär notfall münchen"
    • 5 weitere profitable Begriffe aus dem Bericht
  3. Broad Match Keywords eingegrenzt:

    • "handwerker" von Broad zu Phrase Match geändert
    • "elektriker" von Broad zu Phrase Match geändert

Resultat nach weiteren 30 Tagen:

  • 891 Klicks (statt 1.247, -29%)
  • 1.489€ Kosten (statt 2.503€, -41%)
  • 34 Conversions (statt 19, +79%!)
  • Cost per Acquisition: 43,79€ (statt 132€, -67%)
  • Durchschn. CPC: 1,67€ (statt 2,01€, -17%)

Einsparung: 1.014€ in 30 Tagen bei gleichzeitig 79% mehr Conversions.

Die 2 Stunden Analyse amortisierten sich 500-fach. Und das war nur der erste Durchgang – weitere monatliche Optimierungen verbesserten die Zahlen noch weiter.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich meinen Suchbegriffsbericht prüfen? In neuen Kampagnen täglich oder alle 2 Tage. In etablierten Kampagnen wöchentlich. Bei sehr kleinen Budgets (<500€/Monat) alle 2 Wochen. Die Regel: Je höher Ihre Ausgaben, desto häufiger prüfen.

Warum sehe ich nicht alle Suchbegriffe? Google zeigt nur Suchbegriffe mit "signifikanter Aktivität". Sehr niedrigvolumige oder einmalige Begriffe werden aus Datenschutzgründen nicht angezeigt. Typischerweise sehen Sie 60-80% aller Suchbegriffe. Die fehlenden 20-40% machen aber meist nur 1-5% des Traffics aus.

Sollte ich jeden Begriff ohne Conversion als Negative hinzufügen? Nein. Geben Sie Begriffen eine Chance. Die Faustregel: Mindestens 10-20 Klicks ohne Conversion, bevor Sie als Negative hinzufügen. Manche Conversions kommen erst beim 15. oder 30. Klick. Ausnahmen: Offensichtlich irrelevante Begriffe (Jobs, DIY) können sofort ausgeschlossen werden.

Kann ich Suchbegriffe automatisch als Keywords hinzufügen lassen? Google bietet "Automatische Empfehlungen" an, die genau das tun. Wir raten davon ab. Die Automatik fügt oft irrelevante Begriffe hinzu oder wählt falsche Match Types. Manuelle Kontrolle ist besser, zumindest bis Sie sehr viel Erfahrung haben.

Was bedeutet "Suchbegriff entspricht Keyword"? Das sehen Sie manchmal in der Spalte. Es bedeutet, dass der Suchbegriff identisch mit einem Ihrer Keywords ist (oder eine Close Variant bei Exact Match). Diese Begriffe sind weniger interessant für Analyse, da Sie sie bereits als Keyword gebucht haben. Fokussieren Sie sich auf Begriffe, die NICHT Ihren Keywords entsprechen.

Fazit

Der Suchbegriffsbericht ist das mächtigste Optimierungs-Tool in Google Ads. Er zeigt Ihnen die Wahrheit: Was suchen Menschen wirklich? Was konvertiert? Was verbrennt Geld?

Ohne regelmäßige Suchbegriffs-Analyse fliegen Sie blind. Sie verschwen Budget an irrelevante Klicks und verpassen profitable Keywords, die der Bericht Ihnen auf dem Silbertablett serviert. Professionelle Ads-Manager verbringen 30-40% ihrer Zeit hier – aus gutem Grund.

Die drei Haupt-Aktionen: 1) Profitable Suchbegriffe als neue Keywords hinzufügen (mit passenden Match Types und Geboten). 2) Teure Begriffe ohne Conversions als negative Keywords ausschließen. 3) Match Types bestehender Keywords anpassen, wenn sie zu breit oder zu eng sind.

Etablieren Sie eine wöchentliche Routine. In 30-60 Minuten pro Woche können Sie Ihre Kampagnen kontinuierlich verbessern, Kosten senken und Conversions steigern. Die ROI dieser Aktivität ist höher als jede andere Optimierung.

Nächste Schritte: Öffnen Sie jetzt Ihren Suchbegriffsbericht und verbringen Sie 30 Minuten damit. Garantiert finden Sie Optimierungspotenzial. Vertiefen Sie Ihr Verständnis mit unserer Keyword-Strategie, lernen Sie Match Types besser kennen, und meistern Sie negative Keywords. Dann wird jede Kampagnen-Optimierung datengetrieben statt Bauchgefühl.


Letzte Aktualisierung: Januar 2026 Autor: Google Ads Experten-Team

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