Google Ads Suchnetzwerk: Der komplette Guide
Das Google Ads Suchnetzwerk ist für die meisten Unternehmen der wertvollste Werbekanal überhaupt. Warum? Weil Sie hier Nutzer genau dann erreichen, wenn diese aktiv nach Ihren Produkten oder Dienstleistungen suchen. Im Gegensatz zu anderen Werbeformen, die Nutzer unterbrechen, erscheinen Suchanzeigen als direkte Antwort auf eine konkrete Suchanfrage – zur richtigen Zeit, am richtigen Ort.
Suchnetzwerk-Kampagnen bilden oft das Fundament erfolgreicher Google Ads Strategien. Sie liefern qualifizierten Traffic mit hoher Kaufabsicht und messbare Ergebnisse. In diesem umfassenden Guide lernen Sie alles, was Sie wissen müssen: von der Funktionsweise des Suchnetzwerks über die Kampagnenerstellung bis zur professionellen Optimierung. Dieser Artikel baut auf den Google Ads Kampagnentypen auf und gibt Ihnen das Werkzeug, um erfolgreiche Suchnetzwerk-Kampagnen zu erstellen und zu verwalten.
Was ist das Google Suchnetzwerk?
Das Google Suchnetzwerk umfasst alle Plattformen, auf denen Google Suchanzeigen ausliefert. Es besteht aus zwei Hauptkomponenten: der Google-Suche selbst sowie einem Netzwerk von Suchpartnern, die Googles Suchtechnologie nutzen.
Definition
Das Google Suchnetzwerk ist das Werbe-Inventar, das Anzeigen in oder neben Suchergebnissen platziert. Wenn ein Nutzer eine Suchanfrage bei Google eingibt, werden relevante Anzeigen oberhalb und unterhalb der organischen Ergebnisse angezeigt. Diese Anzeigen sind mit "Anzeige" oder "Gesponsert" gekennzeichnet und heben sich visuell leicht von organischen Ergebnissen ab.
Die Platzierung funktioniert über ein Auktionssystem in Echtzeit. Für jede Suchanfrage werden innerhalb von Millisekunden alle relevanten Anzeigen bewertet und die besten werden ausgeliefert. Die Auswahl basiert auf einer Kombination aus Gebotspreis, Anzeigenqualitaet und erwarteter Wirkung von Anzeigenerweiterungen.
Anders als Display-Werbung oder Social Media Ads sind Suchanzeigen Pull-Marketing: Der Nutzer zeigt durch seine Suchanfrage bereits Interesse. Sie unterbrechen nicht, sondern bieten eine Lösung für ein bestehendes Problem oder Beduerfnis.
Wo erscheinen Suchanzeigen?
Auf Google.de: Die wichtigste Platzierung ist die Google-Suche selbst. Anzeigen erscheinen typischerweise oberhalb der organischen Ergebnisse (bis zu 4 Anzeigen) und am Ende der Seite (weitere Anzeigen). Die oberen Positionen erhalten den Grossteil der Klicks – Position 1 allein generiert oft 30-40% aller Anzeigenklicks.
Google Bilder: Suchanzeigen können auch in der Google Bildersuche erscheinen, was besonders für visuell getriebene Produkte relevant ist.
Google Maps: Bei lokalen Suchen erscheinen Anzeigen in Google Maps, gekennzeichnet mit einem violetten Label. Diese sind besonders wertvoll für lokale Geschaefte.
Google Shopping: Die Shopping-Ergebnisse oberhalb der Textanzeigen sind technisch Teil des Suchnetzwerks, erfordern aber Shopping-Kampagnen statt klassische Suchnetzwerk-Kampagnen.
Die Platzierung innerhalb der Suchergebnisse wird durch Ihren Anzeigenrang bestimmt – eine Kombination aus Gebot, Qualitaetsfaktor und erwarteter Wirkung von Anzeigenerweiterungen. Hoehere Rankings bedeuten bessere Positionen und in der Regel mehr Klicks.
Suchnetzwerk vs. Suchpartner
Wenn Sie eine Suchnetzwerk-Kampagne erstellen, haben Sie die Option, auch auf "Suchpartner" zu werben. Das Suchpartner-Netzwerk umfasst Hunderte von Websites, die Googles Suchtechnologie nutzen oder Suchergebnisse von Google anzeigen.
Bekannte Suchpartner sind:
- YouTube (für Videosuchen)
- Google Play Store
- Andere Google-Websites wie Google Images
- Externe Partner-Websites mit Suchfunktionen
Suchpartner können zusaetzliche Reichweite bringen, haben aber typischerweise niedrigere Conversion-Raten als google.de selbst. Die Performance variiert stark zwischen den Partnern, aber Google gibt keine detaillierten Einblicke in individuelle Partner-Performance.
Best Practice: Starten Sie mit aktivierten Suchpartnern, da dies die Standardeinstellung ist und zusaetzliche Reichweite bringt. Ueberwachen Sie die Performance im Bericht "Segmentierung nach Netzwerk". Wenn Suchpartner deutlich schlechter performen (z.B. 50% niedrigere Conversion-Rate bei aehnlichen Kosten), deaktivieren Sie diese oder erstellen Sie separate Kampagnen mit niedrigeren Geboten für Suchpartner.
Suchnetzwerk-Kampagne erstellen
Das Erstellen einer Suchnetzwerk-Kampagne erfordert strategische Planung und sorgfaeltige Konfiguration. Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für den optimalen Setup-Prozess.
Kampagneneinstellungen
Kampagnenziel wählen: Google fragt zuerst nach Ihrem Hauptziel. Wählen Sie "Verkaufe", "Leads" oder "Website-Traffic" je nach Prioritaet. Diese Wahl beeinflusst welche Features und Empfehlungen Google anzeigt. Für maximale Kontrolle können Sie auch "Kampagne ohne Zielvorgabe erstellen" wählen.
Kampagnentyp Suchnetzwerk: Wählen Sie "Search" als Kampagnentyp. Vermeiden Sie die Option "Performance Max" wenn Sie spezifische Kontrolle über Keywords und Anzeigen wuenschen.
Netzwerkeinstellungen: Standardmaessig sind "Google Suche" und "Suchpartner" aktiviert. Deaktivieren Sie "Displaynetzwerk einschliessen" – diese Option verwascht die Grenzen zwischen Such- und Display-Kampagnen und erschwert die Performance-Analyse.
Standorte: Definieren Sie geografisch wo Ihre Anzeigen erscheinen sollen. Sie können Laender, Regionen, Staedte oder Umkreise um Adressen wählen. Wichtig: Wählen Sie "Personen in Ihren Zielstandorten oder die regelmaessig Interesse daran zeigen" für praezises Geo-Targeting, nicht die breite Option mit Nutzen die Interesse an Ihren Zielstandorten zeigen.
Sprachen: Wählen Sie die Sprachen Ihrer Zielgruppe. Dies filtert nach Browser- und Google-Kontoeinstellungen, nicht nach Standort.
Budget und Gebote: Legen Sie Ihr Tagesbudget fest (mindestens 10-20 EUR für sinnvolle Ergebnisse). Bei der Gebotsstrategie haben Sie mehrere Optionen: "Conversions maximieren" für Anfaenger mit Conversion-Tracking, "Manueller CPC" für volle Kontrolle, oder "Ziel-CPA" wenn Sie einen spezifischen Cost-per-Acquisition anstreben. Vermeiden Sie zunaechst "Klicks maximieren" ohne Gebot-Limit, da dies zu hohen Kosten fuehren kann.
Weitere Einstellungen: Bei Start- und Enddatum lassen Sie das Enddatum typischerweise leer für kontinuierliche Kampagnen. Anzeigenrotation sollte auf "Optimieren" stehen – Google zeigt automatisch die besser performenden Anzeigen haeufiger.
Anzeigengruppen strukturieren
Anzeigengruppen sind Container für Keywords und Anzeigen innerhalb Ihrer Kampagne. Eine saubere Struktur ist entscheidend für Performance und Verwaltbarkeit.
Single Theme Approach: Jede Anzeigengruppe sollte ein spezifisches Thema oder eine Produktkategorie abdecken. Für einen Online-Shop für Sportschuhe koennten Sie Anzeigengruppen haben wie "Laufschuhe Herren", "Laufschuhe Damen", "Fussballschuhe", etc. Jede Gruppe enthaelt nur Keywords zu diesem spezifischen Thema.
Keyword-Anzahl pro Anzeigengruppe: Best Practice sind 10-20 eng verwandte Keywords pro Anzeigengruppe. Zu wenige Keywords limitieren Reichweite, zu viele erschweren die Anzeigenrelevanz. Alle Keywords in einer Gruppe sollten thematisch so aehnlich sein, dass sie mit denselben Anzeigentexten optimal bedient werden.
Single Keyword Ad Groups (SKAGs): Eine fortgeschrittene Struktur sind SKAGs – eine Anzeigengruppe pro Keyword. Dies maximiert Relevanz, da Anzeigen perfekt auf ein einzelnes Keyword optimiert werden können. Der Nachteil ist deutlich hoeherer Verwaltungsaufwand. SKAGs sind primaer für Accounts mit hohem Traffic-Volumen und Ressourcen sinnvoll.
Benennung: Nutzen Sie klare, beschreibende Namen für Anzeigengruppen, z.B. "Laufschuhe_Herren_Brand" oder "SEO_Agentur_Berlin". Dies erleichtert spaetere Navigation und Berichterstattung erheblich.
Budget-Allokation: Obwohl Budgets auf Kampagnenebene festgelegt werden, sollten Sie bei der Strukturierung beruecksichtigen, welche Themen zusammen in einer Kampagne sein sollen. Gruppen Sie Anzeigengruppen mit aehnlichen Budgetanforderungen und strategischer Prioritaet in dieselbe Kampagne.
Keywords hinzufuegen
Keywords sind die Suchbegriffe, für die Ihre Anzeigen geschaltet werden sollen. Die Keyword-Strategie ist fundamental für den Erfolg Ihrer Suchnetzwerk-Kampagnen.
Keyword-Recherche: Beginnen Sie mit offensichtlichen Keywords, die Ihre Produkte/Dienstleistungen direkt beschreiben. Nutzen Sie dann den Google Keyword Planner (innerhalb von Google Ads unter Tools > Keyword-Planer) um verwandte Begriffe und Suchvolumen zu finden. Analysieren Sie auch, welche Keywords Wettbewerber nutzen und welche Suchanfragen Nutzer organisch auf Ihre Website bringen (Google Search Console).
Keyword-Typen einbeziehen: Mischen Sie verschiedene Keyword-Typen:
- Commercial Keywords: "kaufen", "preis", "bestellen" (hohe Kaufabsicht)
- Informational Keywords: "was ist", "wie funktioniert" (frueher in Customer Journey)
- Navigational Keywords: Markennamen, spezifische Produkte
- Lokale Keywords: Mit Standort-Modifiern wie "Berlin", "in meiner Naehe"
Long-Tail Keywords: Laengere, spezifischere Keywords haben typischerweise niedrigeren Wettbewerb und hoehere Conversion-Raten. "Laufschuhe kaufen" ist generisch, "Nike Pegasus 40 Herren schwarz Groesse 43" ist long-tail. Long-tail Keywords haben weniger Suchvolumen, aber die Nutzer wissen sehr genau was sie wollen.
Match Types festlegen: Jedes Keyword benoetigt einen Match Type, der bestimmt wie streng die Nutzer-Suchanfrage mit Ihrem Keyword uebereinstimmen muss. Weitgehend passend (Broad Match) erreicht maximale Reichweite aber mit Risiko irrelevanter Suchanfragen. Passende Wortgruppe (Phrase Match) erfordert die Keyword-Reihenfolge. Genau passend (Exact Match) zeigt Anzeigen nur bei sehr aehnlichen Suchanfragen.
Best Practice heute: Google empfiehlt verstaerkt Broad Match Keywords in Kombination mit Smart Bidding. Die KI lernt welche Suchanfragen konvertieren und optimiert automatisch. Dies funktioniert gut, erfordert aber ausreichend Conversion-Daten und Budget. Anfaenger sollten mit Phrase und Exact Match starten für mehr Kontrolle.
Responsive Suchanzeigen erstellen
Responsive Suchanzeigen (RSA) sind seit 2022 der einzige verfuegbare Anzeigentyp für das Suchnetzwerk. Sie ersetzen die frueheren Expanded Text Ads und bieten mehr Flexibilität durch automatische Kombination verschiedener Anzeigenelemente.
Anzeigentitel (Headlines)
Sie können bis zu 15 verschiedene Anzeigentitel erstellen, aus denen Google automatisch 3 auswaehlt und in verschiedenen Kombinationen testet. Jeder Titel darf maximal 30 Zeichen lang sein.
Vielfalt ist wichtig: Nutzen Sie die volle Anzahl an Titeln und machen Sie diese moeglichst unterschiedlich. Einige sollten Keywords enthalten, andere Alleinstellungsmerkmale, wieder andere Call-to-Actions oder Zahlen/Fakten. Google's Machine Learning findet die besten Kombinationen für verschiedene Suchanfragen und Nutzer.
Die wichtigsten Titel zuerst: Obwohl Google flexibel kombiniert, werden die ersten 3-4 Titel mit hoeherer Wahrscheinlichkeit angezeigt. Platzieren Sie Ihre staerksten Botschaften hier.
Keyword-Integration: Mindestens 2-3 Titel sollten Ihr Haupt-Keyword enthalten. Keywords in Anzeigen werden fett dargestellt wenn sie mit der Suchanfrage uebereinstimmen, was die Aufmerksamkeit erhoht.
Beispiel-Titel für "SEO Agentur Berlin":
- SEO Agentur Berlin – Mehr Sichtbarkeit
- Professionelle Suchmaschinenoptimierung
- Top Rankings bei Google – Seit 2015
- Kostenlose SEO-Analyse inklusive
- Erfahrene SEO-Experten in Berlin
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Pinning vermeiden: Sie können Titel an bestimmte Positionen "pinnen", aber dies reduziert die Kombinationsmoeglichkeiten drastisch. Nutzen Sie Pinning nur wenn unbedingt erforderlich (z.B. rechtliche Gruende).
Beschreibungen
Zusätzlich zu Headlines erstellen Sie bis zu 4 Beschreibungen mit jeweils bis zu 90 Zeichen. Google waehlt automatisch bis zu 2 Beschreibungen aus, die mit den Headlines kombiniert werden.
Detailreichere Information: Während Headlines Aufmerksamkeit erregen, liefern Descriptions mehr Kontext. Erklären Sie hier Ihr Angebot, USPs, Vorteile oder spezielle Konditionen.
Call-to-Action einbauen: Mindestens eine Description sollte eine klare Handlungsaufforderung enthalten: "Jetzt kostenlos testen", "Beratung vereinbaren", "Angebot einholen".
Unique Selling Points: Nutzen Sie Descriptions um sich von Wettbewerbern abzuheben. Was macht Ihr Angebot besonders? Kostenloser Versand, Geld-zurück-Garantie, persönlicher Support, Jahre an Erfahrung?
Beispiel-Descriptions für "SEO Agentur Berlin":
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Zweite Description nutzen: Viele Advertiser erstellen nur 2 Descriptions, aber Sie können bis zu 4 hinzufuegen. Mehr Variationen = bessere Optimierung durch Googles KI.
Anzeigenstaerke verbessern
Google bewertet jede Anzeige mit einer "Anzeigenstaerke" von "Ungenuegend" bis "Ausgezeichnet". Diese Metrik korreliert stark mit Performance – Anzeigen mit "Ausgezeichnet"-Rating performen typischerweise 10-15% besser.
Faktoren für hohe Anzeigenstaerke:
- Mindestens 8-10 verschiedene Headlines
- 4 verschiedene Descriptions
- Keywords in mehreren Headlines
- Einzigartige, nicht sich wiederholende Texte
- Nutzung aller verfuegbaren Anzeigenerweiterungen
Relevanz beachten: Anzeigenstaerke misst nicht nur Quantität sondern auch Qualität. Headlines müssen zur Anzeigengruppe und den Keywords passen. Generische Platzhalter-Texte nur um die Anzahl zu erhoehen verschlechtern die Relevanz.
Iterativ verbessern: Starten Sie Ihre Anzeige auch wenn die Staerke zunaechst nur "Gut" ist. Nach einigen Wochen sehen Sie im Performance-Bericht welche Assets gut funktionieren. Ersetzen Sie schwache Assets durch neue Varianten und testen Sie kontinuierlich.
Keywords im Suchnetzwerk
Keywords sind das Fundament jeder Suchnetzwerk-Kampagne. Ein tiefes Verstaendnis von Match Types, Recherche-Methoden und negativen Keywords ist essentiell für effiziente Budgetnutzung.
Match Types verstehen
Match Types bestimmen, wie eng die Suchanfrage eines Nutzers mit Ihrem gebuchten Keyword uebereinstimmen muss, damit Ihre Anzeige ausgeloest wird. Google bietet drei Haupttypen:
Broad Match (Weitgehend passend): Keine besondere Kennzeichnung. Beispiel: laufschuhe. Ihre Anzeige kann bei Suchanfragen erscheinen, die mit der Bedeutung Ihres Keywords verwandt sind, auch wenn die Woerter selbst nicht vorkommen. "Sportschuhe joggen", "beste Schuhe für Marathon" oder sogar "Turnschuhe guenstig" koennten Ihre Anzeige ausloesen. Dies bietet maximale Reichweite, birgt aber Risiko irrelevanter Suchanfragen.
Phrase Match (Passende Wortgruppe): Kennzeichnung mit Anfuehrungszeichen: "laufschuhe herren". Ihre Anzeige erscheint wenn die Suchanfrage die Bedeutung und Reihenfolge Ihrer Phrase enthaelt. "Beste laufschuhe herren 2026" oder "wo kaufe ich laufschuhe herren" wuerden matchen, aber "herren sportschuhe" nicht. Dies bietet Balance zwischen Reichweite und Kontrolle.
Exact Match (Genau passend): Kennzeichnung mit eckigen Klammern: [laufschuhe herren]. Ihre Anzeige erscheint nur bei Suchanfragen die dieselbe Bedeutung wie Ihr Keyword haben. "Laufschuhe maenner", "laufschuhe für herren" wuerden matchen, aber "laufschuhe herren Nike" eher nicht. Dies bietet maximale Kontrolle mit begrenzter Reichweite.
Wichtig: Googles Match Types sind in den letzten Jahren "weicher" geworden. Auch Exact Match toleriert Variationen, Synonyme und Umstellungen. Die KI interpretiert "Intent" statt nur exakte Woerter zu matchen. Dies kann frustrierend sein wenn Sie praezise Kontrolle wuenschen, funktioniert aber oft gut für Performance.
Empfehlung: Starten Sie neue Kampagnen mit Phrase und Exact Match für Kontrolle. Wenn Sie ausreichend Conversion-Daten haben (mindestens 30 Conversions pro Monat), können Sie Broad Match mit Smart Bidding testen für zusaetzliche Reichweite.
Keyword-Recherche
Effektive Keyword-Recherche identifiziert alle relevanten Suchbegriffe, die potenzielle Kunden verwenden können. Hier sind die besten Methoden:
Google Keyword Planner: Das kostenlose Tool in Google Ads (Tools & Einstellungen > Planung > Keyword-Planer). Geben Sie Seed-Keywords oder Ihre Website-URL ein, und erhalten Sie Vorschlaege mit Suchvolumen, Wettbewerb und geschaetzten Geboten. Filter Sie nach Standort und Sprache für relevante Daten.
Konkurrenzanalyse: Schauen Sie sich die organischen und bezahlten Suchergebnisse für Ihre Haupt-Keywords an. Welche Keywords nutzen Wettbewerber in deren Anzeigen? Tools wie SEMrush oder Ahrefs (kostenpflichtig) zeigen detailliert welche Keywords Wettbewerber buchen.
Search Console Daten: Wenn Sie bereits organischen Traffic haben, zeigt die Google Search Console welche Suchbegriffe Nutzer auf Ihre Website bringen. Diese sind hochrelevant, da sie bereits bewiesen haben Interesse an Ihrem Angebot zu zeigen.
Customer Research: Fragen Sie Ihre Vertriebsteams und Kundensupport: Welche Fragen stellen Kunden? Welche Begriffe verwenden sie? Oft unterscheidet sich die Sprache Ihrer Kunden von Ihrer internen Terminologie.
Verwandte Suchen: Scrollen Sie zum Ende jeder Google-Suchergebnisseite. Der Bereich "Aehnliche Suchanfragen" zeigt Keywords, die andere Nutzer verwendet haben – eine kostenlose Quelle für Keyword-Ideen.
Negative Keywords
Negative Keywords sind genauso wichtig wie regulaere Keywords. Sie verhindern, dass Ihre Anzeigen bei irrelevanten Suchanfragen erscheinen und sparen dadurch Budget.
Warum negative Keywords? Selbst mit Exact Match kann Google Ihre Anzeige bei Variationen zeigen, die für Ihr Geschäft unpassend sind. Wenn Sie Premium-Laufschuhe verkaufen, möchten Sie nicht bei "laufschuhe kostenlos" oder "laufschuhe gebraucht kaufen" erscheinen.
Aufbau einer Negativliste: Starten Sie mit offensichtlichen Ausschluessen: "kostenlos", "gratis", "gebraucht", "billig", "job" (wenn Sie keine Jobs anbieten), "wikipedia", "selber machen". Erweitern Sie die Liste kontinuierlich basierend auf tatsaechlichen Suchanfragen.
Suchanfragenbericht nutzen: Der wichtigste Bericht für negative Keywords ist der Suchanfragenbericht (in Ihrer Kampagne unter Keywords > Suchbegriffe). Dieser zeigt genau welche Suchanfragen Ihre Anzeigen ausgeloest haben. Ueberpruefen Sie diesen woechentlich und fuegen Sie unpassende Begriffe als Ausschluesse hinzu.
Negativ-Listen erstellen: Für Keywords die Sie konten-weit ausschliessen möchten, erstellen Sie Listen unter Tools > Listen mit geteilten Keywords > Auszuschliessende Keywords. Diese können Sie dann mehreren Kampagnen zuweisen ohne jeden Ausschluss einzeln hinzuzufuegen.
Match Types für negative Keywords: Auch negative Keywords haben Match Types. Broad Match Negatives schliessen weitgehend aus, Phrase Match negiert die Wortgruppe, Exact Match nur exakte Treffer. In der Regel sind Phrase Match Negatives am praktischsten.
Targeting-Optionen
Über Keywords hinaus bieten Suchnetzwerk-Kampagnen weitere Targeting-Moeglichkeiten um Ihre ideale Zielgruppe praezise zu erreichen.
Standort-Targeting: Definieren Sie geografisch wo Ihre Anzeigen erscheinen. Sie können Laender, Bundeslaender, Staedte, Postleitzahlen oder Umkreise um eine Adresse wählen. Für lokale Geschaefte ist dies essentiell. Nutzen Sie Gebots-Anpassungen um in wertvolleren Regionen aggressiver zu bieten. Im erweiterten Standort-Targeting wählen Sie "Personen in Ihren Zielstandorten" für praezises Targeting, nicht die Option mit "Interesse" die zu breit ist.
Sprach-Targeting: Wählen Sie die Sprachen Ihrer Zielgruppe. Dies basiert auf Google-Kontoeinstellungen und Browser-Sprache des Nutzers, nicht auf deren Standort. Für deutschsprachige Kampagnen wählen Sie "Deutsch", auch wenn Sie Nutzer in der Schweiz oder Oesterreich erreichen möchten.
Geraete-Targeting: Standardmaessig erscheinen Anzeigen auf allen Geraeten (Desktop, Tablet, Mobile). Sie können Gebots-Anpassungen vornehmen um auf bestimmten Geraeten mehr oder weniger zu bieten. Wenn Ihre Website auf Mobil schlecht konvertiert, senken Sie Mobile-Gebote um 30-50%. Beachten Sie: Über 60% der Suchen erfolgen mobil, also schliessen Sie Mobile nicht komplett aus.
Zeitplanung: Planen Sie Anzeigen für spezifische Wochentage oder Tageszeiten. Dies ist wertvoll wenn Ihre Conversion-Raten zeitlich variieren (z.B. B2B während Geschaeftszeiten besser) oder wenn Sie nur zu bestimmten Zeiten Service anbieten können (z.B. Anrufannahme). Analysieren Sie Ihre Performance nach Wochentag und Stunde im Zeitbericht, dann passen Sie Gebote an oder pausieren Zeiten mit schlechter Performance.
Gebotsstrategien für Search
Die Wahl der richtigen Gebotsstrategie beeinflusst wie Google Ihre Anzeigen in Auktionen platziert und was Sie zahlen.
Empfohlene Strategien
Conversions maximieren: Die Standard-Empfehlung von Google für Kampagnen mit Conversion-Tracking. Google setzt automatisch Gebote um innerhalb Ihres Budgets moeglichst viele Conversions zu erzielen. Dies funktioniert gut wenn Sie bereits mindestens 15-30 Conversions pro Monat haben und dem Algorithmus vertrauen. Die Lernphase dauert etwa 1-2 Wochen.
Ziel-CPA (Cost per Acquisition): Sie legen fest wie viel Sie durchschnittlich pro Conversion zahlen möchten. Google optimiert Gebote um diesen Ziel-CPA zu erreichen. Dies gibt mehr Kostenkontrolle als "Conversions maximieren". Empfohlen wenn Sie genau wissen wie viel eine Conversion wert ist. Benoetigt mindestens 30 Conversions in den letzten 30 Tagen für stabile Performance.
Ziel-ROAS (Return on Ad Spend): Sie legen einen Ziel-ROAS fest (z.B. 400% = 4 EUR Umsatz pro 1 EUR Werbeausgabe). Google optimiert Gebote um diesen ROAS zu erreichen. Ideal für E-Commerce wo Conversion-Werte stark variieren. Erfordert genaues Conversion-Value-Tracking und mindestens 50 Conversions in 30 Tagen.
Manueller CPC: Sie setzen für jedes Keyword ein maximales Cost-per-Click-Gebot. Dies gibt vollständige Kontrolle, erfordert aber staendige manuelle Optimierung. Empfohlen für Anfaenger die lernen möchten, für sehr kleine Accounts oder wenn automatische Strategien nicht funktionieren. Sie können "Erweiterten CPC" aktivieren – Google passt dann Gebote basierend auf Conversion-Wahrscheinlichkeit leicht an.
Manuelle vs. automatische Gebote
Die Industrie bewegt sich klar Richtung automatische Gebotsstrategien (Smart Bidding), aber beide Ansaetze haben Vor- und Nachteile.
Automatische Gebote (Smart Bidding):
- Vorteile: Nutzt Machine Learning und beruecksichtigt unzaehlige Signale (Geraet, Standort, Tageszeit, Browser, etc.). Spart Zeit. Kann besser performen als manuelle Optimierung bei ausreichend Daten.
- Nachteile: Benoetigt Conversion-Daten und Lernphase. Intransparent – Sie sehen nicht warum Google bestimmte Gebote setzt. Kann in der Lernphase Budget verschwenden. Weniger Kontrolle.
Manuelle Gebote:
- Vorteile: Volle Transparenz und Kontrolle. Praezise Budget-Steuerung. Gut für kleine Accounts oder spezielle Situationen. Lernmoeglichkeit.
- Nachteile: Zeitaufwaendig. Kann nicht so viele Signale beruecksichtigen wie KI. Menschliche Fehler und Verzoegerungen.
Empfehlung: Starten Sie mit manuellem CPC um zu lernen und Grundlagen zu verstehen. Sobald Sie konstant mindestens 30 Conversions pro Monat haben, wechseln Sie zu Smart Bidding (Conversions maximieren oder Ziel-CPA). Behalten Sie aber einige manuelle Kampagnen für Ihre wichtigsten Keywords wo Sie maximale Kontrolle wuenschen.
Optimierung von Suchnetzwerk-Kampagnen
Eine Suchnetzwerk-Kampagne aufzusetzen ist nur der Anfang. Kontinuierliche Optimierung ist essentiell für langfristigen Erfolg und Kosteneffizienz.
Suchanfragenbericht nutzen: Der wichtigste Bericht für Optimierung. Zeigt alle tatsaechlichen Suchanfragen die Ihre Anzeigen ausgeloest haben. Ueberpruefen Sie woechentlich: Fuegen Sie gut performende Suchanfragen als exakte Keywords hinzu (für mehr Kontrolle und hoehere Gebote). Schliessen Sie irrelevante oder schlecht konvertierende Begriffe als negative Keywords aus. Dies ist besonders wichtig bei Broad Match Keywords.
Anzeigen testen: Erstellen Sie pro Anzeigengruppe mindestens 2 verschiedene Responsive Suchanzeigen mit unterschiedlichen Botschaften. Google rotiert diese automatisch und zeigt die bessere haeufiger. Nach 4-6 Wochen pausieren Sie die schlechter performende Anzeige und erstellen eine neue Variante die gegen den Gewinner testet. Kontinuierliches Testen verbessert CTR und Conversion-Rate stetig.
Quality Score verbessern: Der Qualitaetsfaktor (1-10 Score pro Keyword) beeinflusst Ihre Kosten und Anzeigenposition erheblich. Ein hoher Quality Score reduziert Ihren Cost-per-Click und verbessert Platzierung. Die drei Komponenten sind: Erwartete Click-Through-Rate (historische Performance), Anzeigenrelevanz (wie gut matched Anzeige zu Keyword), Landingpage-Erfahrung (Qualität und Relevanz der Zielseite). Verbessern Sie Quality Score durch relevantere Anzeigen, bessere Keyword-Anzeigengruppen-Struktur und optimierte Landingpages.
Bid Adjustments: Passen Sie Gebote basierend auf Performance nach Geraet, Standort, Tageszeit und Zielgruppe an. Wenn Mobile 30% schlechter konvertiert, senken Sie Mobile-Gebote um 30%. Wenn ein bestimmtes Bundesland sehr gut performed, erhoehen Sie dort Gebote um 20-30%. Analysieren Sie die Segmentierungsberichte regelmaessig und optimieren Sie Gebots-Anpassungen basierend auf tatsaechlicher Performance.
Vor- und Nachteile
Vorteile von Suchnetzwerk-Kampagnen:
- Erreicht Nutzer mit hoher Kaufabsicht im Moment der Suche
- Messbare und kontrollierbare Kosten (Pay-per-Click)
- Schnelle Ergebnisse möglich – Traffic ab Tag 1
- Praezise Steuerung über Keywords und Ausschluesse
- Funktioniert für nahezu alle Branchen und Geschaeftsmodelle
- Transparente Performance-Daten für Optimierung
- Skalierbar bei erfolgreicher Performance
Nachteile von Suchnetzwerk-Kampagnen:
- Kann teuer sein in wettbewerbsintensiven Branchen (CPC 5-50 EUR)
- Erfordert kontinuierliche Optimierung und Aufmerksamkeit
- Begrenzt auf Nutzer die aktiv suchen – keine Reichweite ausserhalb
- Keyword-Recherche und -Management zeitaufwaendig
- Quality Score und Wettbewerb beeinflussen Kosten erheblich
- Lernkurve für Anfaenger steil
- Automatisierung nimmt Kontrolle weg (bei Smart Bidding)
FAQ
Wie viel sollte ich täglich ausgeben? Minimum 10-20 EUR pro Tag für sinnvolle Ergebnisse. Mit weniger Budget bekommen Sie zu wenig Daten für Optimierung. Für wettbewerbsintensive Keywords (z.B. "Versicherung", "Kredit") benötigen Sie oft 50-100 EUR+ täglich.
Wie lange dauert es bis Ergebnisse sichtbar sind? Traffic kommt sofort wenn Kampagne aktiv ist. Für aussagekräftige Performance-Daten benötigen Sie mindestens 2-4 Wochen. Automatische Gebotsstrategien brauchen 1-2 Wochen Lernphase.
Wie viele Keywords sollte ich pro Anzeigengruppe haben? 10-20 eng verwandte Keywords ist eine gute Richtlinie. Zu wenige limitieren Reichweite, zu viele erschweren Anzeigenrelevanz.
Was ist ein guter Quality Score? 7-10 ist gut, 4-6 durchschnittlich, 1-3 problematisch. Konzentrieren Sie sich auf Verbesserung bei Keywords mit Score unter 5 und hohem Spend.
Sollte ich Suchpartner aktivieren? Ja, starten Sie mit aktivierten Suchpartnern da dies mehr Reichweite bringt. Ueberwachen Sie Performance im Netzwerk-Segment-Bericht. Deaktivieren Sie nur wenn deutlich schlechter.
Fazit
Suchnetzwerk-Kampagnen sind für die meisten Unternehmen das wertvollste Google Ads Instrument. Sie erreichen potenzielle Kunden genau im Moment hoechster Kaufbereitschaft und liefern messbare, skalierbare Ergebnisse. Der Erfolg haengt von solider Struktur, strategischer Keyword-Auswahl, relevanten Anzeigen und kontinuierlicher Optimierung ab.
Starten Sie mit klarer Kampagnenstruktur nach Themen, nutzen Sie initial Phrase und Exact Match für Kontrolle, erstellen Sie vielfaeltige Responsive Suchanzeigen und implementieren Sie Conversion-Tracking von Anfang an. Ueberpruefen Sie woechentlich Suchanfragenberichte für negative Keywords und neue Opportunitaeten, testen Sie kontinuierlich neue Anzeigenvarianten und optimieren Sie Gebote basierend auf tatsaechlicher Performance.
Mit diesen Grundlagen und der Bereitschaft zu kontinuierlichem Lernen werden Ihre Suchnetzwerk-Kampagnen zu einem profitablen Akquisekanal. Für weitere Optimierungsstrategien siehe unseren Guide zu Google Ads Optimierung.