Google Keyword Planner: Komplette Anleitung 2026
Einleitung
Der Google Keyword Planner ist das wichtigste kostenlose Tool für die Keyword-Recherche bei Google Ads. Es liefert Ihnen direkt von Google stammende Daten zu Suchvolumen, Wettbewerb und Kosten-Schätzungen. Egal ob Sie gerade erst mit Google Ads beginnen oder bereits erfahren sind – der Keyword Planner sollte Ihr erster Anlaufpunkt für jede Keyword-Strategie sein.
Im Gegensatz zu Drittanbieter-Tools haben Sie hier Zugriff auf die Originaldaten aus der Quelle. Google kennt sein eigenes Auktionssystem am besten und gibt Ihnen mit dem Keyword Planner einen direkten Einblick in Suchtrends, Prognosen und verwandte Keywords. Das Tool ist komplett kostenlos, sobald Sie ein Google Ads Konto haben.
In dieser Anleitung lernen Sie Schritt für Schritt, wie Sie den Keyword Planner optimal nutzen: vom Zugang über die Recherche bis zur Budgetplanung. Außerdem stellen wir Ihnen die 5 besten Alternativen vor, falls Sie zusätzliche Funktionen benötigen. Nach diesem Artikel können Sie professionelle Keyword-Recherche durchführen, selbst wenn Sie noch nie mit dem Tool gearbeitet haben.
Keyword Planner Zugang bekommen
Mit aktivem Google Ads Konto
Der vollständige Zugang zum Keyword Planner erfordert ein Google Ads Konto mit laufenden Kampagnen. Wenn Sie bereits Anzeigen schalten, haben Sie automatisch vollen Zugriff auf alle Funktionen und exakte Suchvolumen-Daten.
So gelangen Sie zum Tool: Melden Sie sich bei Google Ads an und klicken Sie im Hauptmenü auf "Tools und Einstellungen" (Schraubenschlüssel-Symbol oben rechts). Im Bereich "Planung" finden Sie den Menüpunkt "Keyword-Planer". Ein Klick darauf öffnet das Tool mit zwei Hauptfunktionen: "Neue Keywords entdecken" und "Suchvolumen und Prognosen abrufen".
Mit aktivem Konto sehen Sie exakte monatliche Suchvolumen-Zahlen wie "1.300 Suchanfragen pro Monat" statt ungefährer Bereiche wie "1.000-10.000". Diese Präzision ist entscheidend für realistische Budgetplanung und Potenzialabschätzung. Außerdem erhalten Sie detailliertere Prognosen für Klicks, Kosten und Impressionen.
Die Aktivierung ist einfach: Erstellen Sie eine erste Kampagne mit minimalem Budget (z.B. 5€/Tag). Sie müssen nicht viel ausgeben – bereits eine laufende Kampagne genügt, um vollen Zugang zu erhalten. Viele Werbetreibende erstellen dafür eine kleine Brand-Kampagne auf den eigenen Firmennamen mit niedrigem Budget.
Ohne Werbeausgaben (eingeschränkt)
Sie können den Keyword Planner auch ohne aktive Kampagnen nutzen, allerdings mit Einschränkungen. Google zeigt Ihnen dann Suchvolumen-Bereiche statt exakter Zahlen.
Um Zugang zu bekommen, erstellen Sie ein kostenloses Google Ads Konto unter ads.google.com. Folgen Sie dem Setup-Prozess, aber pausieren Sie die Kampagne sofort nach Erstellung, bevor Kosten entstehen. Sie haben nun eingeschränkten Zugang zum Keyword Planner.
Die Einschränkungen betreffen hauptsächlich die Suchvolumen-Anzeige: Statt "1.300 Suchanfragen/Monat" sehen Sie "1.000-10.000". Bei Keywords mit sehr niedrigem Volumen werden teilweise gar keine Daten angezeigt. Für eine grobe Orientierung reicht das aus, für professionelle Planung ist es jedoch zu ungenau.
Die Keyword-Vorschläge und Trend-Daten funktionieren auch ohne Werbeausgaben. Sie können also durchaus mit der Recherche beginnen, sollten aber für finale Entscheidungen (Budget, Prognosen) auf die exakten Daten upgraden.
Ein Tipp: Manche Nutzer berichten, dass bereits ein minimaler Werbeaufwand von 5-10€ ausreicht, um dauerhaft Zugang zu exakten Daten zu erhalten. Google prüft, ob Sie je Ads geschaltet haben, nicht ob Sie aktuell schalten. Dies ist jedoch nicht offiziell dokumentiert und kann sich ändern.
Keyword Planner Oberfläche erklärt
"Neue Keywords entdecken"
Diese Funktion ist Ihr Hauptwerkzeug für die Keyword-Recherche. Sie starten mit Seed Keywords oder einer URL und erhalten hunderte verwandte Keyword-Ideen.
Nach Klick auf "Neue Keywords entdecken" sehen Sie zwei Optionen: "Geben Sie Wörter oder Phrasen ein" und "Beginnen Sie mit einer Website". Die erste Option nutzen Sie, wenn Sie bereits grobe Ideen haben ("steuerberater", "online marketing", "fitness"). Die zweite analysiert eine beliebige Website und schlägt Keywords basierend auf deren Inhalt vor.
Geben Sie z.B. "handwerker münchen" ein und klicken Sie auf "Ergebnisse abrufen". Nach wenigen Sekunden erhalten Sie eine Tabelle mit Keyword-Vorschlägen. Standardmäßig zeigt Google verwandte Begriffe, die thematisch passen: "elektriker münchen", "sanitär münchen", "handwerker münchen notdienst", "handwerksbetrieb münchen" etc.
Die Vorschläge sind nach durchschnittlichem monatlichem Suchvolumen sortiert. Rechts daneben sehen Sie weitere wichtige Spalten: Wettbewerb, Gebotsspanne für Top-Position und die Veränderung gegenüber den letzten 3 Monaten. Diese Daten helfen Ihnen, profitable Keywords zu identifizieren.
Oben rechts finden Sie Filter-Optionen. Besonders nützlich: Filter nach Suchvolumen (z.B. "mindestens 100 Suchen/Monat"), nach Gebotsspanne (um zu teure Keywords auszuschließen) oder nach bestimmten Textelementen ("enthält" bzw. "enthält nicht"). So können Sie die Liste auf Ihre Bedürfnisse eingrenzen.
"Suchvolumen und Prognosen abrufen"
Diese zweite Hauptfunktion nutzen Sie, wenn Sie bereits eine fertige Keyword-Liste haben und Daten dazu benötigen.
Klicken Sie auf "Suchvolumen und Prognosen abrufen" und fügen Sie Ihre Keywords ein – entweder durch manuelles Eintippen (ein Keyword pro Zeile) oder durch Hochladen einer CSV-Datei mit Ihrer Keyword-Liste. Bis zu 10.000 Keywords können Sie gleichzeitig analysieren.
Nach Klick auf "Starten" erhalten Sie zwei Ansichten: "Prognosedaten" und "Historische Messwerte". Die historischen Daten zeigen Suchvolumen der letzten 12 Monate. Die Prognosen schätzen Ihre erwartete Performance: Bei Budget X und Gebot Y erwarten Sie Z Klicks und W Kosten pro Tag.
Diese Funktion ist besonders wertvoll zur Budgetplanung vor dem Kampagnenstart. Sie können verschiedene Budgets und Gebote simulieren und sehen sofort die voraussichtlichen Ergebnisse. Die Prognosen basieren auf aktuellen Wettbewerbsdaten und sind eine gute Orientierung, wenn auch keine Garantie.
Nutzen Sie diese Funktion auch, um bestehende Keyword-Listen aus anderen Tools (SEMrush, Ahrefs etc.) mit Google-Originaldaten zu verifizieren. Drittanbieter schätzen Suchvolumen oft ungenau – der Keyword Planner liefert die Wahrheit.
Die wichtigsten Spalten verstehen
Die Tabelle im Keyword Planner enthält mehrere Spalten mit wertvollen Informationen. Hier die Bedeutung der wichtigsten:
Durchschn. Suchanfragen pro Monat: Das durchschnittliche monatliche Suchvolumen der letzten 12 Monate. Achtung: Dieser Durchschnitt kann saisonale Peaks verbergen. Klicken Sie auf das Pfeil-Symbol neben einer Zahl, um die monatliche Entwicklung zu sehen. "Skiurlaub" hat vielleicht 10.000 Suchen/Monat im Durchschnitt, aber 50.000 im Dezember und nur 500 im Juli.
Änderung in 3 Monaten: Zeigt den Trend. Ein Pfeil nach oben bedeutet steigendes Interesse, nach unten sinkend, seitwärts stabil. Besonders wachsende Keywords (grüner Pfeil) sind interessant – Sie kommen früh in einen Trend.
Wettbewerb: Zeigt "niedrig", "mittel" oder "hoch". Dies bezieht sich ausschließlich auf Google Ads, nicht auf organische Rankings. "Hoch" bedeutet, dass viele Werbetreibende auf dieses Keyword bieten. Meist korreliert hoher Wettbewerb mit höheren Kosten, aber ein hoher Qualitätsfaktor kann das ausgleichen.
Gebot (unterer Bereich) und Gebot (oberer Bereich): Diese Spannen zeigen, was andere Werbetreibende bieten, um auf der ersten Seite zu erscheinen. Die untere Grenze ist das niedrigste Gebot, das oft noch reicht, die obere das durchschnittliche Höchstgebot. Ihr tatsächlicher CPC liegt meist dazwischen und hängt von Ihrem Qualitätsfaktor ab. Diese Werte sind Richtwerte zur Budgetplanung.
Anteil an möglichen Impressionen: Zeigt bei eigenen Keywords, wie oft Sie erschienen sind im Verhältnis zu allen möglichen Impressionen. 30% bedeutet: In 70% der Fälle waren Sie nicht dabei (zu niedriges Gebot, Budget aufgebraucht, schlechter Qualitätsfaktor). Diese Spalte ist nur bei eigenen Keywords relevant, nicht bei Keyword-Ideen.
Keyword-Recherche Schritt für Schritt
Schritt 1: Seed Keywords eingeben
Beginnen Sie mit 5-10 grundlegenden Begriffen, die Ihr Geschäft beschreiben. Diese "Seed Keywords" sind der Ausgangspunkt, aus dem Google hunderte verwandte Begriffe generiert.
Denken Sie wie Ihr Kunde: Wie würde er nach Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung suchen? Ein Steuerberater könnte starten mit "steuerberater", "steuererklärung", "buchhaltung", "jahresabschluss", "steuerberatung". Ein Online-Shop für Sportschuhe mit "laufschuhe", "sportschuhe", "trainingsschuhe", "sneaker".
Vermeiden Sie zu spezifische Seeds zu Beginn. "Handwerker" ist besser als "handwerker-notdienst-münchen-schwabing-24h", da breitere Begriffe mehr Vorschläge generieren. Später filtern Sie dann auf spezifischere Long-Tail-Keywords.
Klicken Sie auf "Neue Keywords entdecken" und geben Sie Ihre Seeds ein. Trennen Sie mehrere Keywords durch Komma oder neue Zeile. Stellen Sie sicher, dass Standort auf "Deutschland" und Sprache auf "Deutsch" eingestellt sind – dies finden Sie unter "Standorte" und "Sprachen" über dem Eingabefeld.
Schritt 2: Filter und Einstellungen anpassen
Nach Eingabe Ihrer Seeds erhalten Sie eine lange Liste mit Vorschlägen. Die Rohdaten sind jedoch oft überwältigend. Filter helfen, relevante Keywords zu finden.
Standort und Sprache
Standardmäßig ist Ihr Konto-Standort eingestellt. Wenn Sie nur lokal tätig sind, passen Sie dies an: Klicken Sie auf "Standorte" und geben Sie z.B. "München, Deutschland" ein. Die Suchvolumen und Gebote werden dann nur für diese Region angezeigt. Bei bundesweiter Ausrichtung belassen Sie "Deutschland".
Die Spracheinstellung sollte immer "Deutsch" sein für den deutschen Markt. Google zeigt sonst auch englischsprachige Keywords oder Suchvolumen von Nicht-Deutsch-Suchern.
Zeitraum wählen
Standardmäßig zeigt der Keyword Planner Daten der "letzten 12 Monate". Dieser Durchschnitt glättet saisonale Schwankungen und ist für die meisten Zwecke ideal.
Für saisonale Geschäfte sollten Sie zusätzlich spezifische Monate prüfen. Ein Spielzeughändler interessiert sich besonders für November-Dezember, ein Gartencenter für März-September. Klicken Sie auf ein Keyword und dann auf "Daten in Diagrammen und Diagramme anzeigen", um monatliche Verläufe zu sehen.
Keyword-Filter nutzen
Klicken Sie rechts auf "Filter hinzufügen" und wählen Sie aus verschiedenen Optionen:
Durchschnittliche Suchanfragen pro Monat: Setzen Sie ein Minimum (z.B. 100), um Keywords mit zu geringem Volumen auszusortieren. Bei sehr spezifischen Nischen können auch Keywords mit 20-50 Suchen wertvoll sein, aber bei breiten Themen fokussieren Sie sich auf höheres Volumen.
Wettbewerb: Filtern Sie nach "niedrig" oder "mittel", wenn Ihr Budget begrenzt ist. Hochumkämpfte Keywords sind oft teuer und schwer zu gewinnen.
Gebotsspanne: Schließen Sie Keywords aus, deren CPC Ihr Budget sprengen würde. Wenn Sie maximal 2€ pro Klick zahlen können, setzen Sie das obere Gebot auf <2€.
Keyword-Text: "Enthält" bzw. "Enthält nicht" hilft, Keywords mit bestimmten Begriffen zu filtern. Wenn Sie nur in München tätig sind, filtern Sie auf "enthält münchen". Oder Sie schließen aus "enthält nicht kostenlos" um gratis-suchende Nutzer zu vermeiden.
Schritt 3: Ergebnisse analysieren
Nach Anwendung Ihrer Filter haben Sie eine bereinigte Liste. Jetzt geht's an die Analyse.
Sortieren Sie nach Suchvolumen (höchste zuerst) und scannen Sie die Top-50 Keywords. Fragen Sie sich bei jedem: Würde jemand, der das sucht, mein Produkt kaufen? "Handwerker münchen preis" hat Kaufintention, "handwerker ausbildung münchen" nicht (außer Sie bieten Ausbildungen an).
Markieren Sie relevante Keywords durch Klick auf die Checkbox links. Diese landen in Ihrem Plan (eine Art Warenkorb), den Sie später herunterladen können. Klicken Sie oben rechts auf das Warenkorb-Symbol, um Ihren aktuellen Plan zu sehen.
Achten Sie auf Long-Tail-Variationen: Keywords mit 3+ Wörtern haben oft niedrigeres Volumen, aber höhere Conversion-Rate und niedrigere Kosten. "Handwerker" ist Short-Tail (hohes Volumen, teuer, unspezifisch), "notdienst handwerker münchen elektriker" ist Long-Tail (niedriges Volumen, günstig, hochspezifisch).
Prüfen Sie auch verwandte Fragen: Google zeigt manchmal eine Sektion "Gebündelte Ideen" mit thematischen Clustern. Wenn Sie auf "Klempner" suchen, könnte ein Cluster "Notdienste" mit Begriffen wie "klempner notdienst", "klempner 24h", "rohrbruch notdienst" sein. Diese Cluster helfen bei der späteren Anzeigengruppen-Strukturierung.
Schritt 4: Keywords exportieren
Nachdem Sie alle relevanten Keywords zu Ihrem Plan hinzugefügt haben, exportieren Sie die Liste.
Klicken Sie oben rechts auf das Download-Symbol (Pfeil nach unten). Wählen Sie zwischen "CSV-Datei" (für Excel/Google Sheets) oder "Google Sheets" (öffnet direkt eine Google-Tabelle). Die CSV-Option ist universeller und funktioniert mit allen Tools.
Die exportierte Datei enthält alle Spalten: Keyword, Suchvolumen, Wettbewerb, Gebotsspannen. Öffnen Sie sie in Excel oder Google Sheets zur weiteren Bearbeitung. Fügen Sie eigene Spalten hinzu: "Match Type", "Anzeigengruppe", "Priorität", "Notizen".
Strukturieren Sie die Keywords in Themengruppen: Sortieren Sie alle Keywords zu "Notdienst" zusammen, alle zu "Renovierung" zusammen etc. Diese Gruppen werden später zu Ihren Anzeigengruppen in Google Ads.
Tipp: Erstellen Sie separate Sheets für verschiedene Keyword-Typen: Ein Sheet für Brand-Keywords, eines für Service-Keywords, eines für Informations-Keywords. So behalten Sie Überblick und können unterschiedliche Strategien pro Typ entwickeln.
Schritt 5: In Kampagnen einsetzen
Die Keyword-Liste allein bringt nichts – Sie müssen sie in Google Ads übertragen und Kampagnen erstellen.
Sie können Keywords direkt aus dem Keyword Planner in einen Plan übernehmen und von dort in eine neue Kampagne exportieren. Alternativ laden Sie die CSV hoch in eine bestehende Kampagne: Gehen Sie zu Ihrer Kampagne → Anzeigengruppen → Keywords → "+" → "Keywords hochladen" und fügen Sie die CSV ein.
Wichtig: Setzen Sie Match Types sinnvoll. Der Keyword Planner gibt Ihnen Keywords ohne Match-Type-Syntax. Sie müssen entscheiden: Broad Match (keyword), Phrase Match ("keyword") oder Exact Match ([keyword]). Für den Start empfehlen wir 70% Phrase Match, 30% Exact Match.
Vergessen Sie nicht negative Keywords. Während der Recherche haben Sie vermutlich auch irrelevante Begriffe gesehen. Erstellen Sie von Anfang an eine Negativ-Liste mit offensichtlichen Ausschlüssen (kostenlos, gratis, jobs, ausbildung etc.).
Prognosen und Budgetplanung
Prognosefunktion nutzen
Die Prognosefunktion zeigt, was Sie bei verschiedenen Budgets und Geboten erwarten können. Das ist Gold wert für realistische Planung.
Gehen Sie zu "Suchvolumen und Prognosen abrufen" und fügen Sie Ihre finale Keyword-Liste ein. Nach dem Laden sehen Sie oben Tabs: "Historische Messwerte" und "Prognose". Klicken Sie auf "Prognose".
Die Standardansicht zeigt Prognosen für die nächsten 30 Tage basierend auf aktuellen Durchschnittswerten. Sie sehen erwartete Klicks, Impressionen, durchschnittlichen CPC, Kosten und durchschnittliche Position.
Oben rechts können Sie ein Tagesbudget eingeben (z.B. 50€/Tag = 1.500€/Monat) und ein maximales CPC-Gebot. Google berechnet sofort neu, was Sie mit diesen Parametern erwarten können. Experimentieren Sie mit verschiedenen Szenarien: Was passiert bei 30€/Tag vs. 100€/Tag? Bei maxCPC 1,50€ vs. 3,00€?
Ein Beispiel: Sie geben 50€ Tagesbudget und 2€ maxCPC ein. Die Prognose zeigt "geschätzte 400-500 Klicks/Monat bei Kosten von 1.400€". Das bedeutet: Ihr Budget reicht nicht für alle möglichen Klicks (sonst wären es 1.500€), und Ihr tatsächlicher CPC liegt bei etwa 3€ (1.400€ / 450 Klicks). Sie müssten also entweder Budget oder Gebot erhöhen.
CPC-Schätzungen verstehen
Die CPC-Schätzungen im Keyword Planner sind Durchschnittswerte aller Werbetreibenden für dieses Keyword. Ihr individueller CPC kann deutlich abweichen.
Google zeigt eine Gebotsspanne, z.B. "0,80€ - 2,40€" für "handwerker münchen". Diese Spanne bedeutet: Die unteren 25% der Werbetreibenden zahlen um 0,80€, die oberen 25% um 2,40€. Die Mehrheit liegt dazwischen.
Ihr tatsächlicher CPC hängt von drei Faktoren ab:
-
Qualitätsfaktor: Ein hoher QS (8-10) senkt Ihre Kosten um 30-50%. Ein niedriger QS (3-5) erhöht sie entsprechend. Der Keyword Planner kann Ihren QS nicht voraussagen, da er von Ihren Anzeigen und Landingpages abhängt.
-
Wettbewerbssituation: Zu verschiedenen Zeiten variiert der Wettbewerb. Im Dezember sind viele Keywords teurer wegen höherer Nachfrage. Lokal kann ein einzelner großer Konkurrent die Preise in die Höhe treiben.
-
Ihr Gebot: Wenn Sie maxCPC 1€ setzen, aber die durchschnittlichen Kosten bei 2€ liegen, bekommen Sie kaum Impressionen. Ihr Gebot sollte mindestens im unteren Bereich der Spanne liegen für nennenswerte Sichtbarkeit.
Nutzen Sie die Schätzungen als Orientierung, nicht als exakte Vorhersage. Planen Sie 20-30% Puffer ein: Wenn der Keyword Planner 1,50€ CPC sagt, kalkulieren Sie mit 2€ in Ihrer Budgetplanung.
Budget auf Basis von Prognosen festlegen
Mit den Prognosedaten können Sie Ihr monatliches Budget realistisch planen.
Bottom-Up-Ansatz: Sie wissen, wie viele Kunden Sie gewinnen müssen und was ein Kunde wert ist. Bei 10% Conversion-Rate brauchen Sie 100 Klicks für 10 Kunden. Bei 2€ CPC sind das 200€ Budget. Mit durchschnittlichem Kundenwert 1.000€ generieren Sie 10.000€ Umsatz aus 200€ Werbung – ein ROI von 50:1 (vor Marge).
Top-Down-Ansatz: Sie haben ein festes Budget, z.B. 1.000€/Monat. Die Prognose zeigt: Bei Ihren Keywords bekommen Sie dafür etwa 500 Klicks (≈2€ CPC). Bei 8% Conversion-Rate sind das 40 Conversions. Reicht das für Ihre Geschäftsziele? Wenn nicht, müssen Sie entweder Budget erhöhen oder günstigere Keywords wählen.
Berücksichtigen Sie Lernphase: In den ersten 2-4 Wochen ist die Performance meist schlechter als die Prognose, da Google Ihre Kampagne noch optimiert. Planen Sie für die Startphase 30-50% mehr Budget ein oder akzeptieren Sie, dass die ersten Wochen teurer werden.
Saisonalität einplanen: Wenn Ihr Geschäft saisonale Peaks hat, passen Sie das Budget monatlich an. Ein Gartencenter sollte März-September höheres Budget haben als Oktober-Februar, auch wenn Sie ganzjährig schalten.
Keyword Planner Tipps für Profis
Wettbewerber-URLs analysieren
Der Keyword Planner kann Websites analysieren und passende Keywords vorschlagen. Nutzen Sie das für Konkurrenzanalyse.
Klicken Sie auf "Neue Keywords entdecken" → "Beginnen Sie mit einer Website". Geben Sie die URL eines Hauptkonkurrenten ein, z.B. "www.konkurrent-handwerker.de/leistungen". Google scannt die Seite und schlägt Keywords vor, die zum Inhalt passen.
So entdecken Sie Keywords, an die Sie nicht gedacht haben. Ihr Konkurrent bedient vielleicht Nischen, die Ihnen fehlten: "Trockenbau München", "Parkett verlegen München", "Badsanierung München". Prüfen Sie, ob Sie diese Services auch anbieten und die Keywords nutzen können.
Wiederholen Sie das für 3-5 Top-Konkurrenten. Vergleichen Sie die Keyword-Listen und identifizieren Sie Überschneidungen (diese Keywords sind wichtig in Ihrer Branche) und Lücken (Begriffe, die Konkurrenten nutzen, Sie aber noch nicht).
Wichtig: Kopieren Sie nicht blind. Nur weil ein Konkurrent auf ein Keyword bietet, heißt das nicht, dass es profitabel ist. Möglicherweise macht er Fehler. Nutzen Sie die Konkurrenzanalyse als Inspiration, nicht als Blaupause.
Saisonale Trends erkennen
Viele Keywords haben saisonale Schwankungen. Der Keyword Planner hilft, diese zu erkennen und einzuplanen.
Klicken Sie auf ein Keyword in der Tabelle und dann auf das Diagramm-Symbol "Keyword-Daten im Lauf der Zeit anzeigen". Sie sehen ein Liniendiagramm mit dem monatlichen Suchvolumen der letzten 12-24 Monate.
Ein Keyword wie "Schneeschieber" zeigt massive Peaks im November-Februar und nahezu Null im Sommer. "Klimaanlage" ist umgekehrt im Juni-August stark, im Winter schwach. Diese Muster helfen Ihnen bei der Budget- und Kampagnenplanung.
Starten Sie saisonale Kampagnen 4-6 Wochen VOR dem Peak. Die Nutzer beginnen mit Recherche, bevor die Nachfrage explodiert. Für "Weihnachtsgeschenke" sollten Sie nicht am 1. Dezember starten, sondern Mitte November.
Pausieren Sie Keywords außerhalb ihrer Saison oder senken Sie die Gebote drastisch. Es macht keinen Sinn, im Juli auf "Schneeschieber" zu bieten – Sie verbrennen Budget für die wenigen Klicks von Südhalbkugel-Besuchern oder Vorausplanern.
Long-Tail Keywords finden
Long-Tail Keywords sind länger, spezifischer und oft profitabler als Short-Tail. Der Keyword Planner zeigt beide, aber Long-Tails müssen Sie gezielt filtern.
Nutzen Sie den Filter "Keyword-Text" → "Enthält" und geben Sie spezifische Modifikatoren ein: "kaufen", "günstig", "vergleich", "test", "beste", "in meiner nähe". Keywords mit diesen Begriffen sind meist Long-Tail mit hoher Kaufintention.
Oder filtern Sie die Keyword-Liste nach niedrigem Wettbewerb. Long-Tail Keywords haben typischerweise weniger Wettbewerb, weil sie von weniger Werbetreibenden entdeckt werden. Ein Keyword mit 50 Suchen/Monat und niedrigem Wettbewerb ist oft ein Long-Tail-Schatz.
Schauen Sie sich auch die "Gebündelte Ideen" an, die der Keyword Planner manchmal zeigt. Diese Cluster enthalten oft mehrere Long-Tail-Variationen zu einem Thema. Ein Cluster "Notdienste" könnte haben: "klempner notdienst münchen 24h", "rohrreinigung notdienst münchen", "heizung notdienst münchen wochenende".
Kombinieren Sie mehrere Seed-Keywords für noch spezifischere Long-Tails. Geben Sie "handwerker münchen + notdienst" ein statt nur "handwerker". Die Vorschläge werden automatisch spezifischer und Long-Tail-lastiger.
Keyword Planner Alternativen
Kostenlose Alternativen
Obwohl der Keyword Planner leistungsstark ist, gibt es Szenarien, wo zusätzliche Tools hilfreich sind.
Ubersuggest
Ubersuggest (neilpatel.com/ubersuggest) bietet eine kostenlose Basis-Version mit limitierten täglichen Suchen. Das Tool generiert Keyword-Ideen ähnlich dem Keyword Planner, zeigt aber auch SEO-Difficulty (wie schwer organisches Ranking ist) und bezahlte/organische Keyword-Splits.
Vorteile: Übersichtliches Interface, Content-Ideen basierend auf Keywords, Konkurrenz-Domain-Analyse. Nachteile: Weniger Google-Ads-spezifische Daten, limitierte Suchen in kostenloser Version, Suchvolumen-Daten oft ungenauer als Google-Originaldaten.
Nutzen Sie Ubersuggest ergänzend für SEO-orientierte Keyword-Recherche oder wenn Sie Ihren Google Ads Account noch nicht haben, aber schon recherchieren wollen.
AnswerThePublic
AnswerThePublic (answerthepublic.com) visualisiert Fragen und Phrasen, die Menschen zu einem Thema suchen. Geben Sie "versicherung" ein und erhalten Sie eine Mindmap mit "wie versicherung kündigen", "warum versicherung wichtig", "versicherung oder altersvorsorge" etc.
Vorteile: Perfekt für Long-Tail und Frage-Keywords, zeigt User-Intent sehr klar, kreative Visualisierung. Nachteile: Keine Suchvolumen-Daten, keine CPC-Schätzungen, eher für Content-Marketing als für Ads optimiert.
Ideal für die frühe Brainstorming-Phase oder wenn Sie informationsorientierte Keywords für TOFU-Kampagnen (Top of Funnel) suchen.
Google Trends
Google Trends (trends.google.com) zeigt keine absoluten Zahlen, aber relative Popularität von Keywords über Zeit und Regionen.
Vorteile: Ideal für saisonale Analyse, Vergleich mehrerer Keywords, geografische Unterschiede. Sie können "Laufschuhe" vs. "Joggingschuhe" vs. "Running Schuhe" vergleichen und sehen, welcher Begriff populärer ist. Nachteile: Keine Suchvolumen-Zahlen, keine CPC-Daten, nicht Ads-spezifisch.
Nutzen Sie Trends ergänzend zum Keyword Planner für Trend-Erkennung und regionale Varianzen. Besonders wertvoll bei neuen, aufkommenden Themen, wo der Keyword Planner noch wenig historische Daten hat.
Premium-Tools
Wenn Sie professionell und in großem Stil arbeiten, lohnen sich kostenpflichtige Tools mit erweiterten Funktionen.
SEMrush
SEMrush (semrush.com, ab ca. 120€/Monat) ist eines der umfassendsten Marketing-Tools. Für Google Ads bietet es detaillierte Konkurrenz-Analysen: Sehen Sie, auf welche Keywords Wettbewerber bieten, welche Anzeigentexte sie nutzen, wie ihr Budget verteilt ist.
Vorteile: Umfangreiche Wettbewerbsdaten, historische Anzeigen-Insights, Keyword-Difficulty für SEO & PPC, Position-Tracking. Nachteile: Teuer, steile Lernkurve, Suchvolumen teilweise geschätzt (nicht Google-Original).
Ideal für Agenturen und größere Unternehmen, die mehrere Kanäle (SEO + PPC) managen und tiefe Konkurrenzanalyse brauchen.
Ahrefs
Ahrefs (ahrefs.com, ab ca. 100€/Monat) ist primär ein SEO-Tool, hat aber einen starken Keyword-Explorer. Es zeigt Suchvolumen, Keyword-Difficulty, Klick-Daten (wie viele Klicks ein Keyword generiert trotz Suchvolumen) und Parent Topics.
Vorteile: Sehr genaue Suchvolumen-Daten, Click-Metrics (zeigt, ob Menschen tatsächlich klicken oder direkt auf SERP die Antwort finden), internationale Daten für 170+ Länder. Nachteile: Teuer, SEO-fokussiert (weniger PPC-spezifische Features), keine direkten CPC-Daten.
Gut für Content-Marketing-lastige Ads-Strategien und wenn Sie SEO + PPC parallel betreiben.
Sistrix
Sistrix (sistrix.de, ab ca. 100€/Monat) ist das führende deutsche SEO-Tool, bietet aber auch PPC-Module. Besonders stark bei deutschen Markt-Daten und lokalen Keywords.
Vorteile: Beste Daten für deutschen Markt, lokale Keyword-Recherche für Städte/Regionen, versteht deutsche Spracheigenheiten (Komposita, regionale Begriffe). Nachteile: Teurer als internationale Alternativen, PPC-Modul nicht so ausgereift wie SEO-Bereich.
Ideal für Deutschland-fokussierte Kampagnen, besonders bei lokalen Geschäften und regionalen Besonderheiten.
Vergleichstabelle
| Tool | Kosten | Stärken | Best für | |------|--------|---------|----------| | Google Keyword Planner | Kostenlos | Original Google-Daten, Prognosen, Budgetplanung | Alle Google Ads Nutzer (Pflicht) | | Ubersuggest | Kostenlos (limitiert) | Einfach, Content-Ideen, SEO+PPC | Einsteiger, kleine Budgets | | AnswerThePublic | Kostenlos (limitiert) | Frage-Keywords, Intent-Analyse | Content-Marketing, TOFU | | Google Trends | Kostenlos | Saisonalität, regionale Daten | Trend-Erkennung, Vergleiche | | SEMrush | ~120€/Monat | Umfassend, Konkurrenz-Analyse | Agenturen, Multi-Channel | | Ahrefs | ~100€/Monat | Klick-Daten, internationale Reichweite | SEO+PPC, internationale Kampagnen | | Sistrix | ~100€/Monat | Beste deutsche Daten, lokal stark | Deutschland-Fokus, lokale Kampagnen |
Empfehlung: Starten Sie mit dem Keyword Planner (Pflicht, kostenlos). Ergänzen Sie mit kostenlosen Tools (Trends, AnswerThePublic) für zusätzliche Perspektiven. Investieren Sie in Premium-Tools erst ab 5.000€+ monatlichem Ads-Budget oder wenn Sie professionell/für Kunden arbeiten.
Häufige Fragen zum Keyword Planner
Ist der Google Keyword Planner kostenlos? Ja, der Keyword Planner ist komplett kostenlos. Sie benötigen nur ein Google Ads Konto. Ohne aktive Kampagnen erhalten Sie eingeschränkte Daten (Suchvolumen-Bereiche statt exakte Zahlen), aber das Tool selbst kostet nichts.
Wie bekomme ich Zugang zum Keyword Planner? Erstellen Sie ein Google Ads Konto unter ads.google.com. Nach dem Login finden Sie das Tool unter "Tools und Einstellungen" → "Planung" → "Keyword-Planer". Für exakte Suchvolumen-Daten sollten Sie eine Kampagne mit minimalem Budget laufen haben.
Wie genau sind die Suchvolumen-Daten? Die Daten stammen direkt von Google und sind die genauesten verfügbaren. Sie basieren auf tatsächlichen Suchanfragen der letzten 12 Monate. Allerdings sind es Durchschnittswerte – saisonale Schwankungen werden geglättet. Für präzise Planung sollten Sie auch die monatlichen Verläufe prüfen.
Welche Alternativen zum Keyword Planner gibt es? Kostenlose Alternativen sind Ubersuggest, AnswerThePublic und Google Trends. Premium-Tools wie SEMrush, Ahrefs oder Sistrix bieten erweiterte Funktionen, kosten aber 100-150€/Monat. Der Keyword Planner sollte jedoch immer Ihre Basis sein, da nur er Original-Google-Daten liefert.
Kann ich den Keyword Planner ohne Google Ads nutzen? Technisch ja, praktisch mit Einschränkungen. Sie brauchen ein Google Ads Konto, müssen aber keine Anzeigen schalten. Ohne aktive Kampagnen sehen Sie jedoch nur ungefähre Suchvolumen-Bereiche (z.B. "1.000-10.000") statt exakter Zahlen, was die Planung erschwert.
Fazit
Der Google Keyword Planner ist das unverzichtbare Fundament jeder Google Ads Keyword-Strategie. Er liefert Ihnen direkt von der Quelle stammende Daten zu Suchvolumen, Wettbewerb und Kosten – kostenlos und ohne Einschränkungen, sobald Sie ein aktives Google Ads Konto haben.
In dieser Anleitung haben Sie gelernt, wie Sie den Keyword Planner von der Anmeldung über die Recherche bis zur Budgetplanung professionell nutzen. Die wichtigsten Schritte: Seed-Keywords eingeben, Filter intelligent setzen, Ergebnisse nach Relevanz und Kaufintention analysieren, und die Prognosefunktion für realistische Budgetplanung nutzen.
Vergessen Sie nicht die wertvollen Zusatzfunktionen: Wettbewerber-URLs analysieren für Inspiration, saisonale Trends erkennen für zeitlich optimierte Kampagnen, und Long-Tail Keywords gezielt filtern für bessere Conversion-Raten bei niedrigeren Kosten.
Während kostenlose Alternativen wie Ubersuggest oder AnswerThePublic nützliche Ergänzungen sind, sollte der Keyword Planner Ihr Hauptwerkzeug bleiben. Premium-Tools wie SEMrush oder Ahrefs lohnen sich erst bei größeren Budgets oder professioneller Nutzung.
Ihre nächsten Schritte: Wenden Sie das Gelernte an und führen Sie Ihre erste umfassende Keyword-Recherche durch. Strukturieren Sie Ihre gefundenen Keywords thematisch und lesen Sie unseren Keyword-Strategie-Leitfaden für die optimale Organisation. Mit der richtigen Recherche legen Sie das Fundament für profitable Google Ads Kampagnen.
Letzte Aktualisierung: Januar 2026 Autor: Google Ads Experten-Team